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Analyse

Schwesig war Erfolgsfaktor für SPD im Nordosten 20.09.2026, 21:07 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern verdankt ihr gutes Abschneiden bei der Landtagswahl nach einer Analyse vor allem ihrer Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. "Maßgeblichen Anteil am SPD-Ergebnis hat zunächst die Spitzenkandidatin", schreibt die Forschungsgruppe Wahlen, die Schwesig als "Erfolgsfaktor" bezeichnet.

Die AfD habe wie schon vor zwei Wochen in Sachsen-Anhalt damit gepunktet, dass sie als "kompetent" wahrgenommen worden sei. Hier bleibe die CDU "durchweg schwach".

Abgrenzung zur Bundespolitik nützt Schwesig und SPD

"Neben guter Arbeit als Ministerpräsidentin und viel Ansehen profiliert sich Manuela Schwesig mit kritischer Distanz zur Bundesregierung", heißt es in der Analyse der Forschungsgruppe Wahlen.

Die Bundesregierung wurde mit einem Wert von -2,6 auf einer Skala von +5 bis -5 extrem schlecht bewertet. Das galt vor allem für Kanzler Friedrich Merz mit einem Wert von -3,0.

55 Prozent aller Befragten meinten, dass die in Teilen starke Kritik von Schwesig an der Bundesregierung der SPD geholfen habe. Mit +1,3 konnte sich die SPD Mecklenburg-Vorpommerns beim Ansehen deutlich von der Bundespartei (-0,4) absetzen.

Schwesig punktete mit ihrer Leistungsbilanz - 68 Prozent der Befragten bescheinigten ihr der Umfrage zufolge eine gute Arbeit - und mit einem guten Ansehen von +1,3 auf der Skala. Bei beiden Werten lag sie aber schlechter als vor fünf Jahren. Neben Bestnoten aus dem SPD-Lager genieße Schwesig auch viel Wertschätzung im Linke-, CDU-, Grünen- und BSW-Lager, hieß es.

AfD holt bei Kompetenzwerten stark auf

AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm hat laut Forschungsgruppe Wahlen dagegen insgesamt ein Negativimage mit Wert von -1,1. Er entwickele im AfD-Lager auch weniger Zugkraft als zuletzt Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt. Die AfD holte in den Sachfragen stark auf. Allerdings setzten die meisten Befragten in den Bereichen Bildung/Schule, Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Infrastruktur und Zukunft weiterhin auf die SPD.

Im AfD-Lager gebe es sehr häufig das Gefühl von persönlicher Benachteiligung, oft maximale Kritik an den Regierenden in Bund und Land und - völlig konträr zu allen anderen Bürgern - die Meinung, dass Russland keine Gefahr für den Westen darstelle.

Die AfD seit vor allem bei Menschen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen erfolgreich. Unter Befragten mit Hauptschulabschluss oder Mittlerer Reife komme sie jeweils auf 48 Prozent, bei Menschen mit Abitur oder Hochschulabschluss auf 30 beziehungsweise 20 Prozent.

Viele wünschen sich Schwesig als Ministerpräsidentin

Wenn sie sich zwischen Schwesig und Holm entscheiden müssten, dann wünscht sich eine große Mehrheit der Wähler, dass die SPD-Frau wieder Ministerpräsidentin wird. 61 Prozent aller Wahlberechtigen sprachen sich laut Forschungsgruppe Wahlen für sie aus, nur 33 Prozent für Holm. Schwesig gelte im Vergleich zu Holm als weitaus kompetenter, glaubwürdiger und sympathischer.

Schwesig habe auch von großen Vorbehalten gegenüber einer AfD-Regierungsverantwortung profitiert. Nur 37 Prozent wünschten sich die AfD an der Spitze, insgesamt 60 Prozent aber die SPD, darunter auch die allermeisten CDU-, Linke- und Grünen-Anhänger.

CDU verliert in allen Altersgruppen

Die CDU musste laut Forschungsgruppe Wahlen in allen Altersgruppen Verluste hinnehmen. In der Generation 60 plus erreichte sie demnach noch 6 Prozent, bei den unter 30-Jährigen lediglich 2 Prozent. Die CDU sei beim Image als Landespartei auf ein Rekordtief von -1,6 gefallen, dazu komme das miserable Image der Bundespartei von -2,1.

Landespolitik war wichtiger als Bundespolitik

Die Wahl sei mehr landespolitisch geprägt gewesen, analysiert die Forschungsgruppe Wahlen. 59 Prozent der Wähler hätten angegeben, die Politik im Land sei für ihr Stimmverhalten ausschlaggebend gewesen - 35 Prozent nannten die Bundespolitik. Trotzdem sagten vier von fünf Befragten, Bundeskanzler Friedrich Merz habe der CDU in Mecklenburg-Vorpommern geschadet.

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