APA ots news: Allianz Pensionsumfrage: Österreicher:innen sehen hohen Reformbedarf, zweifeln aber an Umsetzung
München/Wien (APA-ots) - - Vier von fünf Österreicher:innen erachten eine Reform des Pensionssystem als notwendig - doch weniger als jede:r Zweite glaubt, dass die Politik hier handeln wird.
- Eigenverantwortung und private Ersparnisse werden als wichtigster Baustein erachtet, um für das Alter vorzusorgen.
- Mehr als die Hälfte der Österreicher:innen glaubt, dass die gesetzliche Pension künftig den Großteil des Alterseinkommens ausmachen wird.
84 % der Österreicher:innen sehen Reformbedarf für das heimische Sozial- und Pensionssystem, um dessen langfristige Tragfähigkeit zu sichern - so das Ergebnis einer internationalen Pensionsumfrage der Allianz Research unter insgesamt rund 8.000 Befragten in Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und den USA. Deutlich geringer fällt das Vertrauen in die politische Umsetzungsfähigkeit aus: Nur 46 % der Menschen hierzulande glauben, dass die notwendigen Reformen tatsächlich kommen werden.
Diese Ergebnisse decken sich auch mit jenen der anderen Länder: Im internationalen Vergleich befürworten 80 % der Befragten Reformen, doch der Glaube an deren Umsetzung fällt deutlich geringer aus. Am optimistischsten sind die USA (66 %) und Polen (63 %), während Deutschland (42 %) und Italien (36 %) besonders skeptisch sind.
Zudem zeigt die Umfrage ein bemerkenswertes Generationenmuster: Mit zunehmendem Alter steigt zwar die Überzeugung, dass Reformen notwendig sind. Das Vertrauen in deren Umsetzung sinkt jedoch gleichzeitig. Während über alle Länder hinweg 61 % der 18- bis 34- Jährigen an eine erfolgreiche Umsetzung glauben, sind es bei den 50- bis 64-Jährigen nur 44 % und bei den 65- bis 79-Jährigen 43 %. In Österreich ist die Zuversicht noch niedriger: 54 % der 18- bis 34- Jährigen und 42 % der 50- bis 64-Jährigen rechnen mit erfolgreichen Reformen. Die Ergebnisse widerlegen damit die Vorstellung, ältere Generationen würden Reformen grundsätzlich ablehnen.
"Die Österreicher:innen sind realistisch: Sie wissen, dass das Pensionssystem vor großen Herausforderungen steht und sie sind bereit, selbst Verantwortung zu übernehmen. Umso mehr begrüßen wir, dass die Bundesregierung mit der Reform der betrieblichen Altersvorsorge nun einen Schritt setzt, auf den die Branche jahrelang gewartet hat. Auch wenn aus unserer Sicht noch mehr möglich gewesen wäre, beispielsweise durch eine automatische Einbeziehung aller Beschäftigten mit der Möglichkeit zum Opting-Out, wie es in anderen Ländern erfolgreich praktiziert wird, bringt die Novelle wesentliche Fortschritte: Durch die neue Vorsorge-Veranlagungsgemeinschaft und das Lebenszyklusmodell können Vorsorgekassen künftig deutlich höhere Erträge für ihre Kund:innen erwirtschaften. Zusätzlich wird mit dem Generalpensionskassenvertrag die Zusatzpension erstmals für alle Arbeitnehmer:innen zugänglich - nicht nur für die bisherigen 25 Prozent, deren Arbeitgeber freiwillig in das Pensionskassensystem eingezahlt haben. Unsere Aufgabe ist es nun, die Menschen dabei zu unterstützen, diese neuen Möglichkeiten auch zu nutzen, damit kapitalgedeckte Vorsorge zur Selbstverständlichkeit wird", so Andreas Csurda, Vorstandsmitglied Allianz Pensionskasse AG und Allianz Vorsorgekasse AG .
Zwtl.: Zusätzliche private Vorsorge findet die größte Zustimmung
Bei der Frage, wie die Belastungen einer alternden Gesellschaft bewältigt werden sollen, sprechen sich die Befragten in allen Ländern am häufigsten für mehr Eigenverantwortung und private Ersparnisse aus (29 %). Deutlich weniger Zustimmung erhalten Vorschläge, die auf höhere Steuern oder steigende Sozialversicherungsbeiträge setzen ( International: 12 %, Österreich: 7%).
Die Ergebnisse zeigen zudem, dass unterschiedliche Ansichten über konkrete Reformmaßnahmen nicht mit einer generellen Ablehnung von Reformen gleichzusetzen sind. Nur eine Minderheit lehnt sämtliche vorgeschlagenen Reformoptionen grundsätzlich ab (22 %). In Österreich ist dieser Anteil mit 33 % allerdings überdurchschnittlich hoch.
Zwtl.: Viele Menschen sind auf mehr Eigenvorsorge angewiesen, aber nur unzureichend vorbereitet
Nur rund die Hälfte hat eine klare Vorstellung von der eigenen finanziellen Situation im Alter. Gleichzeitig erwartet etwa die Hälfte, dass die gesetzliche Pension künftig den Großteil des Alterseinkommens ausmachen wird - in Österreich sind es 53 %.
Vor diesem Hintergrund spielt finanzielle Bildung eine zentrale Rolle: Nur wer über private und betriebliche Vorsorgemöglichkeiten Bescheid weiß, kann rechtzeitig Vorkehrungen treffen, um den gewohnten Lebensstil auch im Alter aufrechterhalten. Tatsächlich verfügen aber lediglich 18 % der Befragten über ein hohes Maß an Finanzwissen, während 26 % nur geringe Kenntnisse aufweisen. Die Finanzbildungslücke ist damit zugleich eine Pensionswissenslücke.
"Die Umfrage zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger die Herausforderungen für die Pensionssysteme klar erkennen. Gleichzeitig besteht eine erhebliche Skepsis gegenüber der politischen Umsetzungsfähigkeit. Bemerkenswert ist jedoch die Bereitschaft vieler Menschen, selbst mehr Verantwortung für die eigene Altersvorsorge zu übernehmen. Dies unterstreicht die Bedeutung von Reformen, die private und betriebliche Vorsorge stärken und gleichzeitig die Finanzbildung verbessern", fasst Ludovic Subran, Chefvolkswirt und Chefanlagestratege der Allianz SE die Ergebnisse der Studie zusammen.
Die gesamte Studie und weitere Veröffentlichungen finden Sie hier .
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Rückfragehinweis: Allianz Österreich Dr. Thomas Gimesi Telefon: +43 676 878 222 914 E-Mail: presse@allianz.at Website: https://www.allianz.at/
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