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Geopolitische Unsicherheit belastet die Konjunktur 10.03.2026, 09:06 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Wien (APA-ots) - Die Konjunktur in Österreich ist anhaltend schwach. Der

WIFO-

Konjunkturtest vom Februar ergab sogar eine leichte Verschlechterung

der Unternehmensstimmung gegenüber dem Vormonat. Die Hoffnung auf

einen von der Industrie ausgehenden Aufschwung wurde bisher

enttäuscht. Die geopolitische Unsicherheit lähmt die

Investitionstätigkeit im Euro-Raum. Dies dämpft auch die Nachfrage

nach österreichischen Industriegütern. Der Iran-Krieg trübt die

Stimmung zusätzlich.

"Sowohl in Deutschland als auch in Österreich zeigen die

Konjunkturumfragen in der Sachgütererzeugung seit Anfang 2025

Besserungstendenzen an. Die Erholung dieser konjunktursensiblen

Branche verläuft allerdings sehr schleppend", so der Autor des

aktuellen WIFO-Konjunkturberichtes Marcus Scheiblecker.

Die österreichische Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Die

erhoffte Erholung der Industriekonjunktur ist bislang ausgeblieben.

Die Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests vom Februar 2026

unterstreichen die anhaltend getrübte Stimmung in den Unternehmen.

Die Industrie leidet unter der persistent schwachen Auslandsnachfrage

nach Investitionsgütern. In der Bauwirtschaft überwiegen ebenso die

negativen Einschätzungen.

Im Euro-Raum setzte sich die Flaute im IV. Quartal 2025 fort (BIP

real +0,2% gegenüber dem Vorquartal). Belastend wirkte nicht nur die

schleppende Binnennachfrage, sondern auch der merkliche

Nachfragerückgang aus den USA. Zudem verringert die ausgeprägte

geopolitische Unsicherheit, die mit Ausbruch des Iran-Krieges

nochmals zugenommen hat, die Investitionsbereitschaft. Die

Verteuerung fossiler Energieträger hat auch den Kostendruck wieder

verstärkt. Beides schmälert die Wahrscheinlichkeit einer

dynamischeren Konjunkturbelebung in Österreich und dem Euro-Raum.

Die Blockade der Straße von Hormus ließ den Rohölpreis binnen

weniger Tage um mehr als 15% ansteigen, womit er wieder das Niveau

von Mitte 2024 erreichte. Auch der Erdgaspreis zog deutlich an. Der

niederländische TTFI-Preisindex notierte am 4. März bereits um rund

60% über dem niedrigen Wert von Anfang 2026, allerdings noch weit

unter dem Vorjahresniveau.

In Österreich stagnierte die Wirtschaftsleistung im IV. Quartal

2025. Die Exportnachfrage legte nicht zu und enttäuschte ebenso wie

die Konsumnachfrage der privaten Haushalte, die nach dem Rückgang um

0,6% im III. Quartal lediglich um 0,2% anstieg. Neben dem Export

dämpfte zu Jahresende vor allem die zögerliche Investitionsnachfrage

das BIP. Sie ging nach deutlichen Steigerungen in den Vorquartalen um

über 2% zurück. Ursächlich war die schwache Nachfrage nach Bauten,

Fahrzeugen und Maschinen.

Die Inflationsrate erhöhte sich im Februar leicht auf

voraussichtlich 2,2% (laut Schnellschätzung), nachdem sie sich im

Vormonat beinahe halbiert hatte (Jänner 2026: 2,0%). Energie dürfte

sich infolge der Preisanstiege bei Rohöl und Erdgas wieder verteuern

und damit die Inflation nicht weiter dämpfen.

Die schwierige Wirtschaftslage ließ im Februar die Beschäftigung

im Vormonatsvergleich schrumpfen, während die Arbeitslosigkeit stieg.

Die Arbeitslosenquote (nationale Berechnung) war mit 8,3% um 0,2

Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Die Zahl der offenen Stellen nahm

weiter ab.

Abbildung 1: Konjunkturklima in der Sachgütererzeugung - auf der

WIFO-Website

Zu den Definitionen siehe " Methodische Hinweise und Kurzglossar

".

Rückfragehinweis:

Rückfragen bitte am Dienstag, dem 10. März 2026, von 10 bis 13 Uhr,

an Mag. Dr. Marcus Scheiblecker, Tel. (1) 798 26 01 - 245,

marcus.scheiblecker@wifo.ac.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/235/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER

INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0020 2026-03-10/09:00

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