Aufholjagd

Regierung will KI-Kapazitäten vervierfachen 17.03.2026, 09:36 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

BERLIN (dpa-AFX) - Um im globalen Technologiewettlauf nicht den Anschluss zu verlieren, plant die Bundesregierung die Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland massiv auszubauen. Bis zum Jahr 2030 sollen sich die Leistung von allgemeinen Rechenzentren gegenüber 2025 mindestens verdoppeln und die Kapazitäten für Künstliche Intelligenz (KI) sogar mindestens vervierfachen. Das sieht ein Strategiepapier des Digitalministeriums vor, das am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll. "Damit wollen wir im Rennen bleiben, um in Europa weiterhin zu führen, aber eben auch international sehr attraktiv zu bleiben", sagte Digitalminister Karsten Wildberger (CDU).

Hintergrund dieser Offensive ist der rasant wachsende, weltweite Bedarf an Rechenleistung, getrieben durch datenintensive KI-Anwendungen, Cloud-Dienste und die voranschreitende Digitalisierung der Wirtschaft. Um Deutschland als führenden, souveränen Datenstandort in Europa zu etablieren, hat das Digitalministerium ein Paket aus insgesamt 28 Maßnahmen geschnürt.

Finanzielle Anreize für die Gemeinden

Um neue Ansiedlungen von Rechenzentren zu beschleunigen, rückt die Regierung die Flächenverfügbarkeit und Planungsverfahren in den Fokus. So sollen künftig bevorzugt sogenannte "Brownfield"-Flächen genutzt werden - etwa alte Kraftwerksstandorte im Rheinischen Revier oder in Lübbenau im Spreewald, die bereits über entsprechende Netzanschlüsse verfügen.

Um die Akzeptanz bei den Anwohnern vor Ort zu erhöhen, plant die Regierung einen finanziellen Anreiz: Die Gewerbesteuer soll künftig direkt dort anfallen, wo das Rechenzentrum steht, und nicht mehr am Hauptsitz des Unternehmens. Für das geplante große Rechenzentrum der Schwarz-Gruppe (Lidl/Kaufland) in Lübbenau würde dies etwa bedeuten, dass die Gewerbesteuern künftig vor allem in Lübbenau und nicht am Standort der Konzernzentrale in Neckarsulm anfallen würden.

Betrieb mit erneuerbaren Energien

Ein massives Nadelöhr für den Ausbau ist aktuell der Zugang zum Stromnetz. Die Branche konkurriert hier oft mit geplanten Batteriespeicherprojekten, die Netzkapazitäten blockieren. Künftig sollen laut Strategiepapier Netzanschlüsse nach dem tatsächlichen Reifegrad der Projekte vergeben werden. Gleichzeitig bleibt die Nachhaltigkeit ein hohes Gut: Rechenzentren sollen bald zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist werden.

Um die Abwärme der Server für kommunale Wärmenetze nutzbar zu machen, will sich die Bundesregierung auf EU-Ebene dafür einsetzen, die kostenlose Abgabe von Abwärme steuerfrei zu stellen.

Eigene europäische Wege gehen

Das Strategiepapier sieht weiterhin vor, dass die Abhängigkeit von außereuropäischen Hyperscalern wie Amazon AWS, Google Cloud oder Microsoft Azure verringert wird. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die neuen Kapazitäten bevorzugt von deutschen und europäischen Unternehmen aufgebaut werden. Ein Leuchtturmprojekt ist dabei die Unterstützung beim Aufbau mindestens einer kommerziellen "KI-Gigafabrik" in Deutschland, die in einem öffentlich-privaten Konsortium unter europäischer Führung realisiert werden soll./chd/DP/nas

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Weitere News

Gestern 22:43 Uhr • Artikel • dpa

Gestern 21:56 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:47 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:31 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:29 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer