Bahn-Sanierung

Verkehrsclub fordert weniger Vollsperrungen 04.09.2026, 06:37 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Bahn sollte aus Sicht des Verkehrsclubs Deutschland bei ihren sogenannten Generalsanierungen Vollsperrungen vermeiden - besonders im Sinne von Pendlern. "Vollsperrungen dürfen nur das letzte Mittel sein", teilte der VCD mit. "Nur bestimmte Arbeiten erfordern eine Vollsperrung. Wenn diese Arbeiten am Anfang und Ende der Sanierung konzentriert werden, genügen jeweils relativ kurze Vollsperrungen."

Die Bahn versucht seit dem zweiten Halbjahr 2024, mit den Generalsanierungen die rund 40 wichtigsten Strecken des maroden Netzes grundlegend auf Vordermann zu bringen. Das Konzept sah ursprünglich mehrere Monate Vollsperrung pro Sanierung vor. In dieser Zeit sollte möglichst viel repariert und saniert werden, damit auf den Strecken danach deutlich weniger Störungen auftreten. Bis Mitte der 2030er Jahre sollen alle ausgewählten Strecken abgearbeitet sein.

Bahn hat Überarbeitung des Konzepts schon angekündigt

An dem Konzept gibt es inzwischen einige Kritik, unter anderem, weil die Bahn bei den ersten Sanierungen weniger umgesetzt hat als zunächst versprochen. Das gilt zum Beispiel für das digitale Leitsystem ETCS, das nun in der Regel erst mit Verspätung auf die Strecken kommt. Zudem gab es zuletzt Verzögerungen bei den Bauarbeiten und dadurch längere Sperrphasen bei einzelnen Generalsanierungen. Die Bahn hat angekündigt, das Konzept zu überarbeiten.

Der Vorschlag des VCD würde für die Bahn eine Kehrtwende bedeuten. Er sieht vor allem Sanierungen bei eingleisigen Sperrungen vor. Solche Sanierungen unter "rollendem Rad" wollte die Bahn mit ihren Plänen verhindern, um im Gegenzug mehr Bauvolumen in derselben Zeit zu erreichen. Ein paar Monate mit Vollsperrungen in Kauf nehmen für mehrere Jahre ohne Baustellen - so das Motto des Konzerns.

"Mit modernen Maschinen kann ein Gleis mitsamt Untergrund komplett saniert werden, während im zweiten Gleis die Züge fahren", schreibt der VCD. Die Geschwindigkeit müsse an den entsprechenden Stellen lediglich reduziert werden. Grundsätzlich hält der VCD die Korridorsanierungen für "bitter nötig".

VCD stört sich vor allem am langsamen Ersatzverkehr

Aktuell setzt die Bahn bei Generalsanierungen mit Vollsperrungen umfangreichen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein - die Fahrzeiten werden dadurch für viele Pendler sehr viel länger als gewöhnlich. "Schienenersatzverkehr für den Nahverkehr mit Bussen darf nicht dauerhaft über Entfernungen von 50 Kilometer oder gar über 100 Kilometer über den gesamten Sanierungszeitraum erforderlich sein", meint der VCD. "Stundenlange Busfahrten für eine Strecke, die der Nahverkehrszug sonst in weit weniger als der Hälfte der Zeit zurücklegt, sind für die Fahrgäste unzumutbar - insbesondere, wenn dieses Provisorium über Monate andauert."

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer