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Banaszak

Merz macht Wahlkampf ohne Wähler 01.09.2026, 09:54 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Grünen-Chef Felix Banaszak hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorgeworfen, bei einem Wahlkampf-Auftritt in Sachsen-Anhalt den Wählerinnen und Wählern aus dem Weg gegangen zu sein. "Wenn man Angst vor negativen Begegnungen hat und deswegen auch die positiven nicht mehr sucht, wenn man deswegen auch den demokratischen Austausch nicht mehr sucht, dann darf man sich nicht wundern, wenn am Ende andere ihren Honig daraus saugen", sagte Banaszak in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart". "Ja, Friedrich Merz macht Wahlkampf ohne Wähler." In dem Bundesland ist am Sonntag (6.9.) Landtagswahl.

Merz hatte am Montag bei seinem ersten Wahlkampftermin in Sachsen-Anhalt erneut vor den wirtschaftlichen Folgen eines Wahlsiegs der AfD gewarnt. "Sachsen-Anhalt darf kein Experimentierfeld für Wutbürger werden", sagte er nach einem gemeinsamen Besuch mit CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze in Quedlinburg im Harz. Die beiden wurden dort streng mit Polizeisperren abgeschottet.

Zuvor war der Kanzler in Mecklenburg-Vorpommern, wo am 20. September ein neuer Landtag gewählt wird, von Passanten in Kühlungsborn ausgepfiffen und als "Kriegstreiber" und "Pinocchio" beschimpft worden. Andere verteidigten ihn und forderten Anstand ein. Ein eigentlich geplantes Statement vor den Kameras wurde abgesagt.

Grünen-Chef: Mit Wählern ins Gespräch gehen

Banaszak sagte, es sei ein Fehler, der Konfrontation aus dem Weg zu gehen: "Ich war auch in Wernigerode auf einer Abendveranstaltung, wo auch jemand ein bisschen deutlicher wurde und ich dann auch." Merz' Aussage zu den Wutbürgern "vertieft im Zweifel die Entfremdung". Nicht alle potenziellen AfD-Wähler seien rechtsextreme Wutbürger. Es sei wichtig, dass man mit den Wählerinnen und Wählern ins Gespräch geht "und gleichzeitig für seine Werte und seine Positionen einsteht. Und das würde ich auch von einem CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzler erwarten."

Die AfD liegt in Sachsen-Anhalt derzeit in Wahlumfragen deutlich vor der CDU, die Grünen müssen demnach um den Wiedereinzug in den Landtag bangen.

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