Baustelle auf der Berliner Stadtbahn - Wie Fahrgäste ans Ziel kommen 12.06.2026, 05:59 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Ab Sonntag wird auf der Berliner Stadtbahn, der Ost-West-Verbindung durch die Hauptstadt, sechs Monate lang gebaut - mit großen Folgen für den Bahnverkehr. Der Regional- und der Fernverkehr können die Strecke in der Zeit nicht befahren. Der S-Bahnverkehr ist nach Angaben des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg bis auf drei Wochenenden und einige Abende nicht betroffen, die S-Bahnen fahren wie gewohnt - sie dürften aber deutlich voller werden.

Hinzu kommt: Ab Oktober wird die Strecke zwischen Berlin und Lehrte (Verbindung Richtung Hannover) umfangreich saniert.

Was Fahrgäste jetzt wissen müssen:

S-Bahnverkehr

Die Linien S3, S5, S7, S75 und S9 fahren zwischen Sonntag und dem 12. Dezember auf der Stadtbahn im gewohnten Takt. Aller Voraussicht nach werden die Züge auf diesen Linien aber voller, weil viele darauf umsteigen müssen, um von Ost nach West durch die Stadt zu kommen.

An drei Wochenenden im Sommer ist aber auch der S-Bahnverkehr unterbrochen: Vom 26. bis 29. Juni, vom 24. bis 27. Juli und vom 31. Juli bis 3. August. Die Unterbrechungen gelten jeweils von Freitagabend, 22.00 Uhr, bis zur Nacht auf Montag. Betroffen ist dann der Bereich zwischen Zoologischer Garten und Friedrichstraße. Es wird ein Ersatzverkehr mit zwei Buslinien eingerichtet (S7A zwischen Friedrichstraße und Zoologischer Garten sowie S7B zwischen Hauptbahnhof und Zoologischer Garten).

Regionalverkehr

Die Auswirkungen der Bauarbeiten auf den Regionalverkehr sind groß. Grundsätzlich gilt: Zwischen Berlin-Charlottenburg und Ostbahnhof fahren während der Bauarbeiten vom 14. Juni bis zum 12. Dezember 2026 keine Regionalzüge.

Die Linien RE1 und RE7 beginnen und enden daher an den Bahnhöfen Charlottenburg und Ostbahnhof. Der RE2 zwischen Hennigsdorf und Cottbus wird von Spandau aus über Gesundbrunnen und Ostkreuz umgeleitet.

Die RB21 fährt von Potsdam aus über Spandau nach Charlottenburg und nicht mehr zum Gesundbrunnen. Ab dem 2. Oktober bekommt die RB21 eine völlig neue Linienführung und fährt von Priort über Potsdam, Berlin-Charlottenburg und Spandau weiter nach Hennigsdorf.

Der RE6 fährt bis zum 1. Oktober unverändert, entfällt aber ab dem 2. Oktober zwischen Hennigsdorf und Berlin-Charlottenburg. Die veränderte RB21 dient als Ersatz.

Der RE4 und die RB14 werden bis zum 1. Oktober in Berlin-Spandau durchgebunden; die Züge des RE4 aus Berlin Hbf kommend ändern also in Berlin-Spandau ihre Liniennummer zu RB14 und fahren weiter bis Nauen. Es ist kein Umstieg erforderlich. Ab dem 2. Oktober entfällt der RE4 zwischen Berlin-Spandau und Stendal Hbf, gleiches gilt für die RB14 zwischen Spandau und Berlin Ostbahnhof.

Die RB10 entfällt bis zum 1. Oktober bis auf einzelne nächtliche Fahrten komplett. Ab dem 2. Oktober fährt die Linie zwischen Nauen und Rangsdorf.

Die Anbindung zum Flughafen BER sei während der Bauarbeiten sichergestellt, betonte die Bahn. Der Flughafenexpress FEX fährt üblicherweise von einem Gleis im Untergeschoss des Hauptbahnhofs los - über Südkreuz bis zum BER.

Fernverkehr

Im Fernverkehr fahren die ICE-Züge von und nach Düsseldorf beziehungsweise Köln vom Hauptbahnhof aus über Südkreuz. Die Eurocity-Züge von und nach Polen starten und enden am Bahnhof Gesundbrunnen über Lichtenberg. Die Intercity-Züge zwischen Dresden und Rostock über Berlin werden über das Ostkreuz umgeleitet. Bei der Verbindung zwischen Berlin und Hamburg entfällt der Halt Spandau.

Für Fahrgäste nach Nordrhein-Westfalen wird die Lage ab Oktober mit dem Beginn der Generalsanierung Berlin-Lehrte noch schwieriger. Details zum Umleitungskonzept für den Verkehr sind noch nicht bekannt.

Die Bauarbeiten

Die Bahn führt zwischen dem 14. Juni und dem 12. Dezember unter anderem Brücken- und Gleisarbeiten am Hauptbahnhof und an der Station Zoologischer Garten durch. "Weiterhin tauschen die Bautrupps entlang der Stadtbahn beispielsweise Schienenbefestigungen aus, setzen Weichen und das Entwässerungssystem instand, reinigen die Gleise und arbeiten an der Oberleitung", hieß es.

Am Berliner Hauptbahnhof werde außerdem ein neues Weichentrapez eingebaut. Vier neue Weichen sollen den Gleiswechsel und den Wechsel der Fahrtrichtung zwischen zwei Gleisen erleichtern.

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