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"Rauch ohne Feuer" (Marktstimmung) 23.10.2025, 10:52 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Profis reagieren auf die starken Kursschwankungen mit Short-Positionen und neutraler Haltung, Private gehen vor allem aus dem Markt. Wer stattdessen die Aktienpreise recht stabil hält und was das für die kommenden Wochen bedeutet, weiß Joachim Goldberg.

23. Oktober 2025. FRANKFURT (Goldberg & Goldberg). Es sollte nur eine Woche dauern, bis die Aktienmärkte erneut in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Rede ist von zwei US-Regionalbanken, die am vergangenen Freitag in die Schlagzeilen gerieten und vielerorts ?"ngste vor einer drohenden Bankenkrise auslösten. Frei nach dem Motto: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Aber die Sorgen waren anscheinend unbegründet und die Befürchtungen scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben.

Von alldem hat der DAX in der vergangenen Woche etwas abbekommen, wobei dessen zeitweiser Rückgang von 2,5 Prozent relativ deutlich ausfiel. Zu Wochenbeginn sah die Welt nach kurzer Zeit natürlich hierzulande auch wieder so aus, als ob nichts geschehen wäre, so dass sich auch der DAX erholen konnte. Allerdings bleibt seit unserer Sentiment-Erhebung vom vergangenen Mittwoch ein kleines Minus von 0,2 Prozent übrig.

Zwei spürbare Rücksetzer innerhalb von zwei Wochen wollten die von uns befragten institutionellen Investoren mit mittelfristigem Handelshorizont trotz der zwischenzeitlichen Erholungen nun doch nicht als unbedeutend abtun. Zumindest ist unser Börse Frankfurt Sentiment-Index zum zweiten Mal hintereinander deutlich gefallen - dieses Mal um 17 Punkte auf einen neuen Stand von +2. Dabei wurden vermutlich in größerem Umfang bullishe Positionen aufgelöst, wobei sich der Rückgang bei den Optimisten in Höhe von 11 Prozentpunkten etwa zu gleichen Teilen auf das Bärenlager bzw. die neutral gestimmten Investoren verteilt. Immerhin waren etwas mehr als die Hälfte dieser Wechselwilligen in der Lage, ihre Engagements um 180 Grad von bullish auf bearish zu drehen - ein Indiz dafür, dass zumindest in dieser Gruppe wahrscheinlich keine größere Verluste entstanden sind.

Nicht überall herrscht Angst

Anders stellt sich indes die Entwicklung bei den Privatanlegern dar. In diesem Panel ist unser Börse Frankfurt Sentiment-Index sogar um 2 Punkte auf einen neuen Stand von +21 gestiegen. Dabei hat die Gruppe der neutral gestimmten Investoren einen deutlichen Zulauf erfahren und wächst um 10 Prozentpunkte. Im gleichen Zuge hat sich die Polarisierung zwischen Bullen und Bären deutlich verringert, allerdings asymmetrisch. Denn die Gruppe der Pessimisten hat sich um 6, die der Optimisten nur um 4 Prozentpunkte verringert. Bei genauer Betrachtung waren es vor allen Dingen diejenigen Anlegenden, die wir über Social Media befragen, die für diese Verschiebung verantwortlich waren. Bei den übrigen Privatanlegern gab es eine kleine Wanderung von den Bären zu den Bullen, entgegengesetzt zu den institutionellen Investoren.

Mit der heutigen Befragung tut sich wieder eine deutliche Stimmungskluft zwischen Privatanlegern und institutionellen Investoren auf. Während Erstere sogar ein wenig optimistischer eingestellt sind als in der Vorwoche, trauen die institutionellen Investoren offenbar dem derzeitigen Frieden nicht. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist nämlich in diesem Panel, ausgehend von einem vergleichsweise hohen Optimismus, innerhalb von zwei Wochen um 28 Punkte gefallen. Dabei gab es nicht nur beim Bullenlager einen Verlust von 12 Prozentpunkten, sondern die Bären gewannen im gleichen Zeitraum einen Anteil von 16 Prozentpunkten.

Stützende langfristige Nachfrage

Allerdings ist der DAX während dieser beiden Wochen per Saldo nur um 0,7 Prozent gefallen, eigentlich zu wenig für eine derartige Stimmungs- bzw. Positionsverschiebung. Deswegen spricht einiges dafür, dass auf der anderen Seite dieser Aktienabgaben langfristiges Kapital gestanden haben dürfte. Möglicherweise auch aus dem Ausland, zumal die in der Vorwoche veröffentlichte Umfrage der Bank of America unter internationalen Fondsmanagern zumindest ein leicht gestiegenes Interesse an Aktien der Eurozone gezeigt hat. Gut möglich, dass damit verbundene Kapitalzuflüsse dem DAX eine gewisse Stütze waren und möglicherweise auch noch sind.

Selbst wenn also der jüngst aufgeflammte Pessimismus hiesiger institutioneller Investoren auf längerfristigen Befürchtungen beruhen sollte, wollen die jüngsten Engagements natürlich profitabel beendet werden. Idealerweise zu deutlich niedrigeren Kursen als heute, vermutlich am besten in einem Bereich zwischen 23.520 und 23.570 DAX-Zählern. Gleichzeitig ist die Oberseite mit den jüngsten Ergebnissen vergleichsweise offen. Keine schlechte Ausgangsposition für den DAX.

von Joachim Goldberg

23. Oktober 2025, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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