Castlelake bestätigt Überlegungen zur Übernahme von Easyjet 29.05.2026, 21:21 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Der britische Billigflieger Easyjet GB00B7KR2P84 könnte eine Übernahme durch eine US-Investmentgesellschaft bevorstehen. Castlelake bestätigte am Freitag, dass man sich in einem frühen Stadium von Überlegungen zur Abgabe eines Kaufgebots befindet. Zuvor hatte die britische Webseite Betaville entsprechend berichtet. Zuletzt hatte es im Oktober vergangenen Jahres Spekulationen über ein Übernahmeangebot der schweizerischen Großreederei MSC gegeben. Auch andere Akteure hätten ein Auge auf Easyjet geworfen, hatte die italienische Zeitung "Corriere della Sera" damals berichtet.

Easyjet wird an der Börse auf Basis des Schlusskurses vom Freitag mit drei Milliarden Britische Pfund (3,5 Milliarden Euro) bewertet. Auf Jahressicht hat die Aktie fast ein Drittel eingebüßt. Nach Bekanntwerden des Betaville-Berichts war das Easyjet-Papier am Freitag zunächst um bis zu sieben Prozent nach oben gesprungen. Aus dem Handel ging die Aktie ein Prozent höher.

Es gebe keine Gewissheit, dass es ein Gebot geben werde, hieß es in der Mitteilung von Castlelake weiter. Man habe noch nicht mit dem Verwaltungsrat gesprochen.

Vor gut einer Woche hatte Easyjet wegen hoher Kerosinpreise und später Buchungen weiterhin keine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 abgegeben. Für das wichtige Sommerquartal von Juli bis September seien erst 40 Prozent der Tickets verkauft und damit drei Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr, hatte die Rivalin von Ryanair IE00BYTBXV33 und Eurowings mitgeteilt. Die Last-Minute-Buchungen im Monat des Reisebeginns seien jedoch weiterhin stark. Das Management hat den Preis für die billigsten Tickets erhöht und setzt bei den hauseigenen Kosten den Rotstift an.

Wegen der stark gestiegenen Treibstoffpreise infolge des Iran-Kriegs und der schwer einschätzbaren Buchungslage hält Easyjet-Chef Kenton Jarvis es immer noch für unsicher, wie das Geschäftsjahr für das Unternehmen finanziell ausgeht. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres bis Ende September dürften die Stückkosten schon ohne Treibstoff um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigen, schätzt er. Die Treibstoffkosten seien erst recht schwer vorherzusagen, weil die Preise stark schwankten.

Easyjet hatte bereits Mitte April eine Gewinnwarnung veröffentlicht und den Aktienkurs damit auf den niedrigsten Stand seit 2022 geschickt. Im gewöhnlich reiseschwachen ersten Geschäftshalbjahr bis Ende März hatte die Gesellschaft ihren Umsatz zwar um zwölf Prozent auf 3,95 Milliarden britische Pfund gesteigert. Wegen deutlich höherer Betriebskosten wuchs der saisontypische Winterverlust vor Steuern aber um 40 Prozent auf 552 Millionen Pfund. Unter dem Strich legte der Fehlbetrag von 297 Millionen auf 377 Millionen Pfund zu.

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