Deutlich weniger Schiffe nutzen Nord-Ostsee-Kanal 19.02.2026, 12:39 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

KIEL (dpa-AFX) - Auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) haben Schiffe 2025 erneut deutlich weniger Ladung transportiert. "Vor dem Hintergrund vor allem der eingebrochenen Russland-Verkehre sind rund 69,5 Millionen transportierte Ladungstonnen ein respektables Ergebnis für den Nord-Ostsee-Kanal", sagte der zuständige Leiter der Unterabteilung Seeschifffahrt der Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt, Heiko Böschen, bei der Vorstellung des Jahresberichts. 2024 waren es knapp 75,6 Millionen Tonnen gewesen.

Hintergrund sind die Sanktionen gegen Russland wegen des Angriffskrieges in der Ukraine. Im vergangenen Jahr transportierten 531 Schiffe von und zu den russischen Häfen rund 1,85 Millionen Tonnen Ladung auf dem Nord-Ostsee-Kanal. 2021 hatten 2.771 Schiffe dorthin oder von dort noch etwa 14,22 Millionen Tonnen Ladung transportiert.

Schiffe immer größer

Zwischen Nord- und Ostsee befuhren die wichtige Wasserstraße im vergangenen Jahr 22.262 Schiffe. 2024 waren es 24.866 gewesen. Das entspricht einem Rückgang um fast 10,5 Prozent. Dafür werden die Schiffe immer größer. Die sogenannte Bruttoraumzahl, die rechnerische Gesamtgröße eines Schiffes im Durchgangsverkehr von Kiel bis Brunsbüttel und umgekehrt, stieg von 5.688 auf 5.750.

"Die reine Zahl der Schiffe ist für die Bilanz des NOK nicht relevant, denn kleine Schiffe transportieren weniger Ladung", sagte Böschen. Der Kanal sei auch für die hiesige Wirtschaft ein wichtiger Faktor. Neben dem gewerblichen Schiffsverkehr wurden 2025 auch 10.685 Sportboote geschleust (2024: 11.542).

Sanierung und Ausbau des Kanals

Positiver fallen die Nachrichten zur Sanierung und zum Ausbau des Kanals aus. Es seien 246 Millionen Euro in die künstliche Wasserstraße investiert worden, sagte der Leiter des Dezernats Management Küste, Martin Boll. Das sei nach den 297 Millionen Euro aus 2024 die zweithöchste Summe in den vergangenen Jahrzehnten gewesen.

Das Geld floss beispielsweise in den Bau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel. Sie soll Ende 2026 in Betrieb genommen werden. Zusätzlich setzte der Bund 71 Millionen Euro für die Erhaltung und den Betrieb der Infrastruktur im Kanal ein./akl/DP/mis

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