Deutsche Anleihen

Kursgewinne - EZB-Vertreter dämpfen Erwartung an Zinserhöhung 30.03.2026, 10:40 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Montag nach Verlusten an den vergangenen Handelstagen gestiegen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future DE0009652644 legte um 0,20 Prozent auf 124,72 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 3,08 Prozent. Am Freitag hatte die Rendite mit 3,12 Prozent noch den höchsten Stand seit 2011 erreicht.

Die Anleihen stabilisierten sich damit nach den zuletzt deutlichen Kursverlusten. EZB-Vertreter dämpften die Erwartung auf baldige Leitzinserhöhungen, die im Zuge der deutlichen gestiegenen Ölpreise aufgekommen waren. "Die Finanzmärkte haben die Situation in den letzten Tagen etwas überinterpretiert", sagte der Präsident der französischen Notenbank in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Stampa". "Die Debatte über festgelegte Termine erscheint mir sehr verfrüht."

Neben Villeroy de Galhau hat sich auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel zuletzt eher zurückhaltend zur Möglichkeit einer schnellen Zinserhöhung gezeigt. Die EZB sollte ihre Reaktion auf den Iran-Krieg nicht überstürzen. "Wir haben Zeit, die Daten zu prüfen und zu analysieren, was tatsächlich geschieht", sagte Schnabel am Freitag bei einer Veranstaltung in Zürich.

Die Unsicherheit mit Blick auf den Iran-Krieg bleibt jedoch hoch. Die USA und Israel setzen ihre heftigen Angriffe im Iran in der nunmehr fünften Kriegswoche fort. Derweil heizte US-Präsident Donald Trump Spekulationen über eine Bodenoffensive in der Islamischen Republik an. "Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen", sagte er der "Financial Times". Über Charg wickelt der Iran etwa 90 Prozent seiner Erdölausfuhren ab.

Im weiteren Handelsverlauf stehen die Inflationszahlen aus Deutschland im Blick der Märkte. Experten erwarteten angesichts des Ölpreisschocks einen merklichen Anstieg der Inflationsrate. Die bereits veröffentlichten Daten aus einzelnen Bundesländern deuten darauf hin. "Da sich der Ölpreis im Monatsverlauf weiter aufgebaut hat und Gas- und Strompreise üblicherweise nur mit Verzögerung wirken, ist bis zum Sommer mit weiteren Anstiegen auf über 3 Prozent zu rechnen, sofern die Ölpreise nicht vorher wieder massiv einbrechen."

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