FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Das Rückgrat des börsennotierten deutschen Mittelstands
20. Januar 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Der Index für den börsennotierten Mittelstand zeigt, wie viel Kraft in der zweiten Reihe der deutschen Wirtschaft steckt - mit mehr als 1.000 Prozent Gesamtrendite seit 1996, hoher Widerstandsfähigkeit in Krisen und einer Branchenmischung, die den Wandel vom Industrieland zur innovationsgetriebenen Volkswirtschaft widerspiegelt. Wie aus einem Ergänzungsindex eine unverzichtbare Benchmark wurde - und warum der Blick auf den MDAX heute mehr über die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland verrät als je zuvor.
Manchmal sind es nicht die ganz großen Namen, die eine Wirtschaft tragen, sondern die vielen starken Unternehmen dazwischen. Unternehmen, die wachsen, innovativ sind, international denken - und dennoch fest in Deutschland verwurzelt bleiben. Genau ihnen gibt der MDAX seit nunmehr 30 Jahren eine Bühne.
Am 19. Januar 1996 wurde der MDAX eingeführt. Heute, drei Jahrzehnte später, ist er weit mehr als nur ein Ergänzungsindex zum DAX: Er gilt als verlässliches Barometer für den börsennotierten deutschen Mittelstand und als Zugang zu einem der dynamischsten Segmente des Kapitalmarkts.
Vom Nebenindex zur festen Größe.
Als der MDAX startete, umfasste er 70 Unternehmen aus klassischen Branchen. Ziel war es, jene Firmen abzubilden, die in der Rangliste nach Marktkapitalisierung und Börsenumsatz direkt auf die DAX-Werte folgten. Seitdem hat sich viel verändert - sowohl im Index selbst als auch in der deutschen Wirtschaft.
Die Anzahl der Indexmitglieder wurde im Laufe der Jahre mehrfach angepasst: von 70 auf 50, später auf 60 und seit 2021 wieder auf 50 Unternehmen. Diese Weiterentwicklung steht sinnbildlich für die kontinuierliche Pflege der Indexmethodik und für den Anspruch, den MDAX investierbar, transparent und international vergleichbar zu halten.
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MDAX-Chronik
> 19. Januar 1996 Einführung mit 70 Unternehmen
> 1. Januar 1999 Umstellung von D-Markt auf Euro
> 14. Juni 2002 Gewichtung jetzt nach Marktkapitalisierung im Streubesitz und Börsenumsatz
> 24. März 2003 Nur noch 50 Unternehmen im Index
> 1. Januar 2006 Berechnung jetzt sekündlich statt minütlich
> 5. September 2016 Jetzt 60 Unternehmen im Index, Gewichtung nur noch nach Marktkapitalisierung in Streubesitz
> 30. August 2021 Jetzt 40 Unternehmen im DAX und 50 Unternehmen im MDAX
> 18. März 2024 Kappung einzelner Unternehmen im Index bei 15 statt 10 Prozent
Wachstum mit Ausdauer
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Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt, warum der MDAX für viele Anlegerinnen und Anleger so interessant ist: Seit seiner Einführung hat er auf Basis der Gesamtrendite mehr als 1.000 Prozent zugelegt. Das entspricht einer annualisierten Rendite von rund 8 Prozent - und damit einer deutlichen Outperformance gegenüber dem DAX im gleichen Zeitraum.
Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Rendite, sondern auch die Widerstandsfähigkeit. Dotcom-Blase, Finanzkrise, Pandemie - der MDAX hat alle großen Marktverwerfungen der vergangenen 30 Jahre erlebt und überstanden. Für viele ist genau das ein Zeichen seiner Qualität: Wachstum ja, aber nicht ohne Substanz.
Breite Branchen, neue Schwerpunkte
Während der Industriesektor weiterhin eine zentrale Rolle spielt, ist der MDAX heute deutlich diversifizierter als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Informationstechnologie, Telekommunikation und spezialisierte Dienstleistungen gewinnen an Gewicht und verleihen dem Index ein moderneres Profil. Diese Mischung macht den MDAX zu dem, was er heute ist: ein Spiegel des strukturellen Wandels der deutschen Wirtschaft - weg von reiner Industrie, hin zu mehr Technologie, Innovation und internationaler Ausrichtung.
Hoch investierbar - für Institutionelle und Private
Auch jenseits der reinen Indexentwicklung hat der MDAX an Bedeutung gewonnen. ETFs, Futures, Optionen und Zertifikate machen ihn für unterschiedlichste Anlegergruppen zugänglich. Mehrere Milliarden Euro sind inzwischen in Produkte investiert, die den MDAX abbilden - ein klares Zeichen für seine Relevanz am Kapitalmarkt. Gleichzeitig wurde die Methodik stetig weiterentwickelt: strengere Transparenzanforderungen, klare Liquiditätskriterien und die Orientierung an internationalen Standards stärken das Vertrauen in den Index und seine Zusammensetzung.
30 Jahre MDAX - und der Blick nach vorn
Seit der Wiedervereinigung hat sich Deutschland wirtschaftlich tiefgreifend verändert. Der MDAX hat diesen Wandel begleitet - als präzises Abbild eines Segments, das oft weniger im Rampenlicht steht, aber entscheidend zur Stärke des Standorts beiträgt.
Nach 30 Jahren ist klar: Der MDAX ist gekommen, um zu bleiben. Als Benchmark für den börsennotierten Mittelstand, als Investitionsinstrument und als Indikator für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Oder anders gesagt: Wer verstehen will, wie breit, innovativ und widerstandsfähig Deutschlands Unternehmenslandschaft ist, kommt am MDAX nicht vorbei.
20. Januar 2026 © Deutsche Börse AG
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)