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"Kaufzurückhaltung bei Mittelstandsanleihen" (Anleihen) 20.02.2026, 16:01 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Der ?-lpreis ist aufgrund des Iran-Konflikts schon deutlich gestiegen, am Anleihemarkt geht es aber weiter ruhig zu. Nur Hochverzinsliches ist weniger gefragt, dafür Namen wie Mercedes-Benz. Viel diskutiert wird über die US-Leitzinsen.

20. Februar 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Spekulationen über die Leitzinsentwicklung in den USA und eine mögliche Eskalation des Iran-Konflikts bestimmen den Anleihemarkt. "?"ußerungen diverser Fed-Vertreter sowie das Protokoll der letzten US-Notenbanksitzung machen deutlich, dass es die Zentralbank nicht eilig hat, die Zinsen zu senken", berichtet Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Die Zinssenkungserwartungen hätten sich daher leicht abgeschwächt. Nach den jüngsten Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran häufen sich unterdessen Hinweise auf einen eventuellen Krieg.

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Zehnjährige Bundesanleihen rentieren am Freitagmittag mit 2,74 Prozent nach 2,77 Prozent in der Vorwoche. Im Januar und Anfang Februar waren es noch zeitweise 2,9 Prozent. Die Rendite von US-Treasuries liegt aktuell bei 4,07 Prozent, nach über 4,30 Prozent vor einigen Wochen.

In Japan hat sich der Renditeanstieg nicht fortgesetzt, wie Helaba-Analyst Ulf Krauss feststellt. Dabei sei die als ausgabenfreudig geltende Premierministerin mit großer Mehrheit im Amt bestätigt worden. "Es ist allerdings bereits viel Negatives eingepreist", meint er. "Der Renditerückgang in Japan wurde an den weltweiten Anleihemärkten mit Erleichterung aufgenommen", erklärt Arthur Brunner von der ICF Bank.

Geht Lagarde früher?

Das Aufregendste diese Woche waren laut Brunner allerdings Berichte über ein vorzeitiges Ausscheiden von EZB-Chefin Christine Lagarde. Die "Financial Times" hatte berichtet, Lagarde wolle die EZB vor Ablauf ihres achtjährigen Mandats Ende Oktober 2027 verlassen. Damit wolle sie Frankreichs Präsident Macron ein Mitspracherecht bei der Wahl der Nachfolge ermöglichen - vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich im April 2027. Lagarde hat dies aber mittlerweile dementiert.

Daneben geht es weiter um die US-Leitzinsen. "Die US-Zinshoffnungen haben sich zuletzt nach hinten geschoben", erklärt Tim Oechsner von der Steubing AG. Nun werde erst für Juli mit einem ersten Zinsschritt gerechnet. Im Euroraum sieht es vorerst nach keiner Veränderung aus. "Kommentare der EZB-Ratsmitglieder lassen auf Zufriedenheit schließen bezüglich der aktuellen Zinssituation."

Gefragt sind Brunner zufolge diese Woche EU-Anleihen, die im Oktober dieses Jahres fällig sind und bei einem Kurs von 100,44 Prozent mit 2 Prozent rentieren (EU000A3K4D82). "Das wird wohl als Alternative zu Tagesgeld gesehen", vermutet er.

Mercedes gefragt, Depfa verliert

Im Handel mit Unternehmensanleihen sind bekannte Namen gesucht. Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank meldet anhaltende Käufe für Mercedes-Benz mit Fälligkeit 2031 (DE000A3LH6U5) und aktuell 2,88 Prozent. Die enttäuschende Prognose der Deutschen Pfandbriefbank für 2026 führte Daniel zufolge zu Kursverlusten in der bis 2028 laufenden Anleihe mit 3,25 Prozent-Kupon (DE000A382665). "Der Kursrückgang wird aber zum Einstieg genutzt", ergänzt er. Der unter anderem wegen hoher Ausfälle im US-Geschäft kriselnde Immobilienfinanzierer sieht auch 2026 noch keine echte Wende.

Lieber keine Hochverzinslichen

Bei hochverzinslichen Anleihen herrscht derzeit Kaufzurückhaltung, wie Brunner feststellt. Deutlich nach unten ging es für den Solar- und Windkraftentwickler SoWiTec (DE000A30V6L2). "Nachrichten dazu gab es nicht, Auslöser war ein größerer Verkauf." Etwas verloren hat auch die Werder Bremen-Anleihe, die aber immer noch zu 102 Prozent gehandelt wird (DE000A4DFGZ7). "Die schlechte Tabellenplatzierung könnte der Grund für Verkäufe sein", meint Brunner. Gut nachgefragt bleibe hingegen Katjes International mit 6,75 Prozent-Kupon bis 2028 (NO0012888769).

Wie in den Vorwochen kommen Bonds in australischen Dollar gut an. Daniel meldet viel Interesse an einer bis 2031 laufenden Anleihe der KfW (AU3CB0330207), die aktuell mit knapp 4,8 Prozent rentiert.

Von Anna-Maria Borse, 20. Februar 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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