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Leitzinsanhebung begrüßt (Anleihen) 12.06.2026, 15:00 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die EZB hat geliefert und die Leitzinsen angehoben - das erste Mal seit 2023. Die Zinswende war aber schon seit Monaten absehbar und längst eingepreist. Auch von der US-Notenbank-Sitzung nächste Woche werden keine Überraschungen erwartet.

12. Juni 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Die Nachrichten vom Persischen Golf haben die Märkte weiter fest im Griff. Zuletzt hat US-Präsident Trump seine Drohung neuer Militärschläge gegen den Iran zurückgezogen und von einem baldigen Abkommen gesprochen. Iran dementierte aber. "Dennoch setzen die Finanzmärkte auf ein Ende der kriegerischen Auseinandersetzung und eine baldige Öffnung der Straße von Hormus", berichtet Helaba-Analyst Ralf Umlauf mit Blick auf sinkende Renditen, deutlich gefallenen Ölpreise und steigende Aktienkurse.

Stark verändert haben sich Renditen aber nicht: Schon seit Anfang März rentieren zehnjährige Bundesanleihen um 3 Prozent. Am Freitagmorgen sind es 2,98 Prozent - nach 3,02 Prozent vor einer Woche.

"Frühzeitige EZB-Reaktion hilft"

Wenig Auswirkung hatte die EZB-Entscheidung am gestrigen Donnerstag. Wie erwartet, reagierten die Notenbanker auf die steigende Inflation und erhöhten die Leitzinsen um 25 Basispunkte - das erste Mal seit fast drei Jahren. Weitere Zinsschritte wurden nicht in Aussicht gestellt, werden aber erwartet. "Lagardes Beschreibung der Inflationsrisiken wirkte zwischen den Zeilen besorgter als bisher", meint Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

"Mit Blick auf die Inflationsphase der Jahre 2022 und 2023 erscheint der Zinsschritt nachvollziehbar", kommentiert LBBW-Analyst Martin Siegert. "Eine frühzeitige Reaktion hilft, Zweitrundeneffekte zu begrenzen und die mittelfristigen Inflationserwartungen zu stabilisieren."

USA: "Zinssenkung dürfte kaum zur Debatte stehen"

Am kommenden Mittwoch steht ein Treffen der US-Notenbanker an. Dies wird erstmals vom neuen Fed-Chef Kevin Warsh geleitet. "Die Sitzung dürfte einige konkrete Hinweise liefern, welche Neuerungen Warsh plant", erklärt Krämer. Tiefgreifende ?"nderungen seien kurzfristig aber wohl kaum durchsetzbar. "Eine Zinssenkung dürfte kaum ernsthaft zur Debatte stehen. Denn die Inflationsrisiken haben sich seit der letzten Sitzung im April weiter erhöht."

Unternehmensanleihen: Austral-Dollar gefragt

Im Handel mit Unternehmensanleihen geht es aktuell ruhig zu, wie Anleihen-Händler Marcus Mielert von Oddo BHF berichtet. "Im Moment ist alles makro-getrieben, also durch Iran und den Ölpreis." Speziell im High Yield-Bereich sei sehr wenig los. "Auch besondere Neuemissionen gab es nicht."

Weiter einiges um geht laut Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank in der neu aufgelegten Anleihe der Breiteneder Immobilien Parking Konzernfinanzierungs GmbH (AT0000A3USC0). Bei Laufzeit bis 2032 bietet sie einen Kupon von 4,75 Prozent. Sehr viel Umsatz bei Walter Ludwig gibt es zudem in einem Vonovia-Bond in australischen Dollar mit Laufzeit bis 2035 und Zinssatz von 5,717 Prozent (AU3CB0325652). Zum aktuellen Kurs ergibt sich hier eine Rendite von 6,5 Prozent.

PNE mit neuer Anleihe

Außerdem lief Mägerle zufolge am gestrigen Donnerstag die Zeichnungsfrist für die neue Anleihe des Cuxhavener Erneuerbare-Energie-Konzerns PNE aus, die ab heute gehandelt wird. Die Laufzeit geht bis 2031, der Kupon wurde bei 7 Prozent festgelegt (DE000A460J75). Die Annahmequote im Rahmen des Umtauschangebots lag bei rund 42 Prozent und wurde voll zugeteilt. Allerdings erfolgte die Platzierung mit insgesamt 36 Millionen Euro unterhalb des ursprünglich avisierten Zielvolumens.

Von Anna-Maria Borse, 12. Juni 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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