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"Profitables Range-Trading" (Marktstimmung) 25.06.2026, 09:31 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

DAX ohne Durchbruch, Stimmung gespalten: Institutionelle wenden sich den Bullen wie den Bären zu, Private drehen von long auf short. Joachim Goldberg verabschiedet sich mit persönlichen Worten.

25. Juni 2026. FRANKFURT (Goldberg & Goldberg). Seit unserer vergangenen Sentimenterhebung hatte sich der DAX ganz gut gehalten und zeitweise einen Kursgewinn von rund 1,3 Prozent erzielen können - obwohl die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank am vergangenen Mittwoch insgesamt als falkenhaft interpretiert worden war. Einen richtigen Durchbruch nach oben gab es allerdings nicht. Letztlich sind aber auch die heftigen Ausschläge bei den Chip-Aktien in den USA und anderswo am gestrigen Handelstag nicht spurlos am DAX vorbeigegangen, so dass für die Sentiment-Woche per Saldo ein Minus von 0,6 Prozent verbucht werden muss - das Handelsband von 1,9 Prozent seit unserer vergangenen Erhebung wurde zwar intensiv bespielt, doch gehört es zu den vergleichsweise eher engeren Bandbreiten in diesem Jahr.

Polarisierung

Da die abgelaufene Sentiment-Woche mancherorts zum Range-Trading verleitet haben mag, stellt es keine allzu große Überraschung dar, dass sich unser Deutsche Börse Sentiment-Index nur um 4 Punkte gegenüber der Vorwoche befestigt hat. Allerdings ist eine starke asymmetrische Polarisierung zwischen Bullen und Bären entstanden: Die Gruppe der Optimisten hat sich um 9 Prozentpunkte, die der Pessimisten um 5 Prozentpunkte erhöht, so dass die Zahl der neutral gestimmten Investoren um 14 Prozentpunkte zurückging.

Dabei dürften diese Neu-Positionierungen wahrscheinlich zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattgefunden haben. Gut möglich, dass das Bärenlager nach den zunächst gestiegenen DAX-Kursen gewachsen ist. Auf der anderen Seite sticht beim Vergleich zur Vorwoche geradezu ins Auge, dass sich das Bullenlager wahrscheinlich mit denjenigen Akteuren gefüllt hat, die sich erst vor kurzem an die Seitenlinie zurückgezogen hatten - die Gruppe der Optimisten ist nun wieder fast genauso hoch wie vor 14 Tagen.

Plötzlich pessimistisch

Einen bemerkenswerten Stimmungsumschwung gab es dagegen bei den Privatanlegern. Denn der Deutsche Börse Sentiment-Index in diesem Panel hat sich um 28 Punkte auf einen neuen Stand von -4 verringert - es handelt sich um den niedrigsten Index-Stand seit dem 10. September 2025. Und zwar haben 14 Prozent des Panels ihre Positionen offenbar von bullish nach bearish gedreht, vermutlich mit ordentlichen Gewinnen im Rücken. Dabei fällt auf, dass diejenigen Privatanleger, die wir über Social Media befragen, in besonders großem Ausmaß ihre bullishe Meinung in Richtung Pessimismus gedreht haben. Aber auch die übrigen Privatanleger, die wir nicht über Social Media befragen, haben sich ordentlich bewegt, so dass der Deutsche Börse Sentiment-Index in dieser Untergruppe um 22 Punkte auf einen neuen Stand von -10 fällt.

Mit der heutigen Befragung hat sich die Stimmungskluft zwischen Privatanlegern und institutionellen Investoren deutlich verringert. Bei beiden Panels lässt sich beobachten, dass versucht wird, eine Handelsrange auszunutzen. Dabei erweist sich bei den Instis die Gruppe derjenigen, die momentan eher kurzfristig unterwegs sind, als besonders aktiv. Diese dürften etwa 8 bis 10 Prozent aller Befragten ausmachen.

Unterm Strich hat sich die Sentiment-technische Situation gegenüber der Vorwoche minimal verschlechtert, ohne dass sich ein neuer Trend nach oben oder unten abzuzeichnen scheint. Die jüngsten Kursentwicklungen sind wohl eher hausgemacht.

Dies ist heute die letzte Erhebung, die ich kommentiere. Danach ist Schluss. Nach mehr als 50 Jahren Berufstätigkeit leiste ich mir den Luxus, in den Ruhestand zu treten. Ich darf mich an dieser Stelle bei all denjenigen, die bei der Umfrage regelmäßig mitgemacht und so ihr Gelingen sichergestellt haben, ganz herzlich bedanken. Und bei den Leserinnen und Lesern für ihr Interesse. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute!

von Joachim Goldberg

25. Juni 2026, © Goldberg & Goldberg für Deutsche Börse

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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