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Deutsche Börse-News

Quartalsberichte "nächster Härtetest" (Wochenausblick) 19.10.2026, 14:59 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Trotz Gegenwind: Mit größeren DAX-Verlusten rechnet kaum jemand. Die einen sehen in der Tech-Korrektur nur eine "selektive Neubewertung", die anderen verweisen auf verbesserte Frühindikatoren, wieder andere sehen schon den Beginn der Jahresendrally.

19. Oktober 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Fallende KI-Kurse, hoher Ölpreis, Unruhen in Frankreich - dem DAX kann all das wenig anhaben. Allenfalls leichte Gewinnmitnahmen werden erwartet. "Am deutschen Aktienmarkt zeigten die Anleger starke Nerven, ungeachtet des KI-Ausverkaufs in Asien und den USA", kommentiert Ralf Umlauf von der Helaba. Der DAX (DE0008469008) steht am Montagmorgen bei 25.490 Punkten nach 25.622 am Freitagabend.

Der Tech-Index Nasdaq 100 (US6311011026) hatte am Freitag erneut nachgegeben und war auf den tiefsten Stand seit vier Wochen gefallen. Grund waren wieder einmal Sorgen, dass sich die milliardenschweren KI-Investitionen nicht rechnen könnten. Der Ölpreis hatte unterdessen wieder die 110 US-Dollar-Marke für ein Barrel Brent (XC0009677409) erreicht, am Montagmorgen sind es mit 107 US-Dollar etwas weniger. Dazu kam es in Frankreich als zweitgrößter Volkswirtschaft der EU am Wochenende zu verheerenden Protesten in vielen Regionen.

"Nur selektive Neubewertung"

Für Christoph Müller von der DZ Bank ist die aktuelle Tech-Korrektur kein Signal für ein Zyklusende, sondern eine selektive Neubewertung. "Entscheidend wird sein, ob die Aussicht auf langfristig höhere Gewinne durch KI-Investitionen intakt bleibt", erklärt er. Für ihn sind die Quartalsberichte der nächste Härtetest. "Bestätigen Auftragseingänge, Investitionspläne und Gewinne den bisherigen Wachstumspfad, dürfte die Korrektur begrenzt bleiben." Kurzfristig sieht die Bank Aufwärtspotenzial, auch weil die Hyperscaler im strategischen Wettbewerb kaum Anreiz für Investitionskürzungen hätten. Deutlich unruhiger könne es 2027 werden - wegen hoher Bewertungen und Gewinnerwartungen sowie weiterhin hoher Renditen. "Größtes Risiko sind mögliche Ansteckungseffekte bei einem größeren Neocloud-Ausfall." Neoclouds sind - im Gegensatz zu den klassischen Cloud-Betreibern wie Amazon, Microsoft oder Google, den Hyperscalern - spezialisierte Cloud-Infrastruktur-Anbieter.

"Mehr als kurzfristige Stimmungsaufhellung"

Nach der im internationalen Vergleich eher unterdurchschnittlichen DAX-Entwicklung dieses Jahr sieht DWS-Fondsmanagerin Sabrina Reeh jetzt Gründe für Optimismus. "Die Verbesserung der wirtschaftlichen Frühindikatoren für Deutschland ist mehr als nur eine kurzfristige Stimmungsaufhellung", erklärt sie. Die umfangreichen staatlichen Investitionen seien in der Breite noch nicht vollständig in der Wirtschaft angekommen. Zudem könne die Kombination aus industrieller Stärke, Fachkräftemangel und hohem Automatisierungsgrad Deutschland zu einem der wichtigsten Profiteure von physischer KI werden lassen. Allerdings müsse für den DAX die globale Konjunktur ihren Beitrag leisten. "Bei einem robusten globalen Investitionszyklus dürften viele deutsche Unternehmen überdurchschnittlich profitieren."

"Vertrauen in Jahresendrally"

Laut Charttechniker Christoph Geyer hat die Jahresschlussrallye schon begonnen. "Die reine Technik zeigt, dass sich die Lage deutlich verbessert hat", erklärt er. Die Unterstützungszone habe gehalten und sei als "Sprungbrett" für den jüngsten Anstieg genutzt worden. "Würde man eine Abwärtstrendlinie ziehen, wäre diese zum Wochenschluss gebrochen worden", stellt er fest. Auffällig seien zudem die sichtbar gestiegenen Umsätze am Donnerstag und Freitag. "Dies deutet darauf hin, dass die Marktteilnehmer so langsam Zutrauen zur Jahresendrallye fassen." In Deutschland berichten diese Woche unter anderem Deutsche Börse und SAP, in den USA Meta, General Motors, Tesla, Netflix, IBM und Intel.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 19. Oktober

4.00 Uhr. China: BIP drittes Quartal. Das BIP stieg im dritten Quartal um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das ist etwas mehr als erwartet.

4.00 Uhr. China: Einzelhandelsumsätze/Industrieproduktion September. Die Einzelhandelsumsätze stiegen um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit stärker als prognostiziert. Die Produktion größerer Industriebetriebe erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent.

Dienstag, 20. Oktober

11.00 Uhr. Deutschland: ZEW Konjunkturerwartungen Oktober. Nach den Landtagswahlen scheint es für die Bundesregierung der DekaBank zufolge immer schwieriger, sich auf die Umsetzung der Reformvorhaben zu einigen. Gleichzeitig nähmen die Sorgen über die französischen Staatsfinanzen zu, und an den Aktienmärkten herrsche Unsicherheit über die Geschäfte der Tech-Konzerne. Alles in allem sei dies ein Umfeld, in dem die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken dürften.

Mittwoch, 21. Oktober

8.00 Uhr. Großbritannien: Verbraucherpreise September. Erwartet wird ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber September 2025.

Freitag, 23. Oktober

10.00 Uhr. Eurozone: Einkaufsmanagerindex Oktober. Im Euroraum dürfte der kombinierte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor im Oktober sein zuletzt erreichtes hohes Niveau halten, meint die Commerzbank. Das sei eine gute Ausgangslage für das Wachstum im vierten Quartal.

von: Anna-Maria Borse, 19. Oktober 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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