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Deutsche Börse-News

"Spürbares Aufatmen" (Marktstimmung) 29.01.2026, 14:28 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Die Stimmung ist leicht positiver, bleibt aber überwiegend neutral, da sowohl institutionelle als auch private Anleger weiterhin abwarten. Joachim Goldberg sieht im zuletzt deutlich stärkeren Euro ein Signal für mögliche weitere ausländische Kapitalzuflüsse, von denen der DAX profitieren könnte.

29. Januar 2026. FRANKFURT (Goldberg & Goldberg). Gefühlt liegt das Weltwirtschaftsforum in Davos schon wieder eine Weile zurück. Dabei ist es gerade einmal eine Woche her, dass dort US-Präsident Donald Trump eintraf und vor überfülltem Saal eine 70-minütige Rede hielt. Im Anschluss schienen all die im Vorfeld aufgebauten Drohkulissen wie weggefegt. Grönland-Sinneswandel, angedrohte Strafzölle gegenüber einigen europäischen Ländern zurückgenommen. Trump ist also - zumindest Stand heute - zurückgerudert. Auch der DAX hat sich seit unserer vergangenen Sentiment-Erhebung von seinem anfänglich leichten Rücksetzer von 1,1 Prozent erholen, wenngleich den zwei Wochen zuvor erlittenen Verlust nicht wettmachen können: Kurz über der Marke von 25.000 DAX-Zählern war Schluss. Immerhin notieren wir seit vergangenem Mittwoch ein Plus von 0,8 Prozent.

Im gleichen Zeitraum hat sich übrigens der Wechselkurs des US-Dollar gegenüber dem Euro ausgesprochen markant um zeitweise mehr als 3 Prozent abgeschwächt, wobei die Gemeinschaftswährung sogar ein Niveau erreichte, das zuletzt vor mehr als viereinhalb Jahren gehandelt wurde.

Abwanderung der Bären

Unter den von uns befragten institutionellen Investoren mit mittelfristigem Handelshorizont hat sich die Stimmung unterdessen weiter verbessert. Denn unser Deutsche Börse Sentiment-Index ist um 14 Punkte auf einen neuen Stand von +12 gestiegen. Und zwar in erster Linie, weil sich das Bärenlager zum zweiten Mal hintereinander reduziert hat - dieses Mal um 14 Prozentpunkte. Dabei fällt auf, dass sich nahezu alle ehemaligen Bären unter dem Strich zu den neutral gestimmten Investoren gesellt haben. Im Gegensatz zur Vorwoche, als wir für das Bullenlager noch einen Zuwachs notieren konnten, hat sich also fast niemand mehr getraut, eine neue Long-Positionen einzugehen.

Eine fast ähnliche Entwicklung stellen wir bei den Privatanlegern fest. Hier ist der Deutsche Börse Sentiment-Index um 7 Punkte auf einen neuen Stand von +11 gestiegen. Klammern wir bei dieser Betrachtung diejenigen Anlegenden, die wir über Social Media befragen, einmal aus, ist die Entwicklung in diesem Panel fast deckungsgleich mit derjenigen der institutionellen Investoren: Viele ehemalige Pessimisten haben ihre Engagements glattgestellt und sich zu den neutral eingestellten Akteuren gesellt. Allerdings hinkt der Optimismus in dieser Untergruppe etwas hinterher, wobei der Sentiment-index dort nur einen Stand von +5 aufweist. Auch bei denjenigen Privatanlegern, die wir über Social Media befragen, hat sich die Stimmung etwas verbessert.

Aber nur verhaltener heimischer Optimismus

Mit der heutigen Befragung befindet sich die Stimmung der Privatanleger und der institutionellen Investoren fast auf dem gleichen Niveau. Bei Letzteren hat sich die Stimmung im Zwei-Wochenvergleich sogar um 30 Punkte verbessert. Mit anderen Worten: Vielerorts wurden bearishe Engagements bei einem gleichzeitig fallenden DAX deutlich zurückgefahren. Auch wenn ein Sentiment-Stand von +12 nicht gerade besonders optimistisch aussieht und im relativen Vergleich seit Jahresbeginn praktisch neutral ist, zeigt die jüngste Entwicklung dennoch an der Oberseite eine gewisse Belastung. Zumindest erwarten wir vermutlich im Bereich zwischen 25.350 und 25.400 DAX-Zählern Angebot aus Gewinnmitnahmen, möglicherweise auch Neu-Positionierungen vormals neutral gestimmter Investoren.

Die Unterseite sieht dagegen etwas weicher aus, ist aber nicht ungeschützt. Zumal die Pessimisten immer noch 28 Prozent aller Befragten ausmachen und die neutral gestimmten Investoren mit 32 Prozent Anteil als mögliche Nachfrager auch noch ein Wörtchen mitzureden haben. Auch wäre möglich, dass erneut Nachfrage von internationalen Investoren den DAX zusätzlich unterstützt - der vorgenannte schwache Dollar könnte sogar ein Indiz dafür sein, dass nach wie vor langfristige Kapitalströme in die Eurozone fließen. Fazit: Wir erkennen eine ordentliche Basis für die nächste Zeit.

von Joachim Goldberg

28. Januar 2026, © Goldberg & Goldberg für Deutsche Börse

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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