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Verkaufswelle bei Gold-und Silber-ETCs 03.02.2026, 17:35 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Der drastische Silber- und Goldpreiseinbruch bestimmt auch den ETF- und ETC-Handel. Viele trennen sich von ihren Silber- und Goldpreis-Trackern. Bei Aktien-ETFs sind globale und europäische Aktien gesucht, weniger US-Titel.

3. Februar 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Die Nominierung von Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell hat am ETF- und ETC-Markt für viel Bewegung gesorgt. "Es waren aufregende Tage, die Ausschläge waren groß", erklärt Ivo Orlemann von der ICF Bank. "Meist ging es um Silber, aber auch um Gold", ergänzt er. "Hauptthema bei uns sind ganz klar die Edelmetalle", berichtet auch Michael Norizin von Lang & Schwarz. Bis Donnerstag vergangener Woche sei mal gekauft, mal verkauft worden, am Freitag nach Bekanntgabe des Powell-Nachfolgers aber fast nur verkauft. "Jetzt ist Ruhe eingekehrt." Am Markt war mit einem noch Trump-treueren künftigen Fed-Chef gerechnet worden, mit der Nominierung von Warsh sind "sichere Häfen" nicht mehr ganz so gefragt.

Gewinnmitnahmen nach Höhenflug

Der Goldpreis war von 5.570 auf 4.200 US-Dollar eingebrochen, der Silberpreis von 122 auf unter 80 US-Dollar. Zuletzt ging es wieder etwas nach oben. Extrem viele Verkäufe meldet Orlemann für ETCs wie den WisdomTree Physical Silver (JE00B1VS3333), aber auch den Invesco Physical Gold (IE00B579F325) und die beiden ETCs mit Hebel drei von WisdomTree (IE00B7XD2195, IE00B8HGT870).

Lang & Schwarz verzeichnet die mit Abstand höchsten Umsätze im WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged. Aufgrund der starken Silberpreisentwicklung und des Hebels fiel der Kurs von über 1.000 auf zeitweise unter 300 Euro. Die zuvor gesuchten Gold- und Silber-Miners wurden ebenfalls abgestoßen, wie Frank Mohr von der Société Générale berichtet, etwa der iShares Gold Producers (IE00B6R52036), der VanEck Gold Miners (IE00BQQP9F84) und der VanEck Junior Gold Miners (IE00BQQP9G91).

Lieber World- als US-Aktien

Im Vergleich dazu fielen die Ausschläge an den Aktienmärkten moderat aus. Der DAX (DE0008469008) steht am Dienstagmittag schon wieder bei 24.835 Punkten, das Rekordhoch von 25.508 Zählern vor drei Wochen ist nicht mehr weit. Auch S&P 500 und Dow Jones notieren nahe ihren Allzeithochs. US-Aktien machten Mohr zufolge den größten Umsatzanteil aus. "Ein klarer Trend ist aber nicht zu erkennen", ergänzt er.

Bei World- und europäischen Aktien dominieren Mohr zufolge hingegen klar die Käufe. Beispiele: der iShares MSCI World und MSCI ACWI sowie der iShares Stoxx Europe 600. "Auffällig ist das Interesse an japanischen Aktien", bemerkt er (LU1481203070). Auch Schwellenländer-ETFs blieben gefragt, etwa der Amundi MSCI Emerging Markets Swap (LU1681045370).

Orlemann sieht ebenfalls anhaltendes Interesse an Schwellenländer-ETFs, konkret dem HSBC MSCI Emerging Markets (IE000KCS7J59). Immer gesucht bei der ICF-Kundschaft: der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders (NL0011683594). Norizin meldet für Aktien-ETFs "den normalen Flow".

Viele neue Rekorde

Das Segment der Deutschen Börse für ETFs und ETPs verzeichnete 2025 viele neue Rekorde. So stieg das Handelsvolumen auf Xetra gegenüber dem Vorjahr deutlich, und zwar um 53 Prozent auf 352 Milliarden Euro. Das verwaltete Vermögen erhöhte sich um knapp 25 Prozent auf 2,3 Billionen Euro, ebenfalls ein Höchststand.

Insgesamt 399 neue ETFs kamen auf den Markt, zudem zwölf neue Anbieter. Ein Wachstumstreiber: aktive ETFs. Meist gehandelte Branchen-Indexfonds waren Verteidigungs-ETFs. Ihr Handelsvolumen stieg um 798 Prozent. Auch Minenaktien-ETFs verzeichneten aufgrund der Edelmetallpreisrally außergewöhnlich hohe Wachstumsraten.

Tech-ETFs: Kasse machen angesagt

Im Handel mit Branchen-ETFs dominieren einmal mehr die Tech-Tracker, der Verkaufstrend setzt sich fort, wie Mohr erklärt. Auf den Abgabelisten stehen der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data (IE00BGV5VN51), der First Trust Nasdaq Cybersecurity (IE00BF16M727) und der Xtrackers MSCI World Information Technology (IE00BM67HT60).

Banken-ETFs seien dagegen gefragt. "Außerdem werden Energie-ETFs wie der iShares Stoxx Europe 600 Oil & Gas (DE000A0H08M3) gut gekauft", bemerkt Mohr.

Bei der ICF geht es weiter viel um Rüstungs-ETFs, etwa den WisdomTree Europe Defence (IE0002Y8CX98).

Umsatzstarke Geldmarkt-Tracker, kaum Interesse an Krypto-ETNs

Auch in Geldmarkt-ETFs geht viel um, wie Mohr feststellt, und zwar in beide Richtungen. Wie immer umsatzstark: der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap (LU0290358497) und das Pendant von Amundi.

Im Bitcoin gibt es ebenfalls viel Bewegung: Die ohnehin schwächelnde Kryptowährung gab im Zuge der Turbulenzen sogar nochmals nach. Aktuell wird der Bitcoin für 78.000 US-Dollar gehandelt - im Hoch im Oktober waren es fast 126.000 US-Dollar. Käufe und Verkäufe sieht Orlemann in Krypto-ETNs wie dem WisdomTree Physical Bitcoin (GB00BJYDH287) und VanEck Bitcoin (

Von Anna-Maria Borse, 3. Februar 2026 © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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