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Weltweit steigende Renditen (Anleihen) 15.05.2026, 14:34 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Inflations- und Zinssorgen belasten den Anleihemarkt. Die Renditen steigen, oft auf Mehrjahreshochs, in Japan sogar auf den höchsten Stand seit 1997. Die Umsätze mit Unternehmensanleihen sind eher dünn.

15. Mai 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Der Nahostkonflikt hat die Rentenmärkte weiter im Griff. "Die Energiepreise sind weiter erhöht - und der Besuch des US-Präsidenten in China hat bisher keine wirkliche Bewegung in den Iran-Konflikt gebracht", berichtet Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Vor allem die Rentenmärkte seien nicht in der Lage, sich nachhaltiger zu erholen. "Inflations- und Zinssorgen belasten."

Im Handel herrscht daher Zurückhaltung, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank erklärt. "Es droht Ungemach von vielen Seiten, siehe auch Japan und Großbritannien und die größer werdenden Haushaltslöcher in Deutschland." Die Renditen für Bundesanleihen sind im Wochenverlauf gestiegen. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren am Freitagmorgen mit 3,1 nach 3,0 Prozent vor einer Woche.

Großbritannien: Renditen auf höchstem Stand seit 2008

In den USA ist die Rendite zehnjähriger US-Treasuries mittlerweile auf 4,53 Prozent geklettert. Das ist der höchste Stand seit elf Monaten. "Die Rendite der dreißigjährigen US-Staatsanleihe hat die viel beachtete Marke von 5 Prozent überschritten", berichtet Arthur Brunner, der für die ICF Bank Anleihen handelt. Auslöser waren die jüngsten Inflationszahlen: Die US-Verbraucherpreise sind im April um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen - weit über den angestrebten 2 Prozent. In Japan sind die Renditen zwanzigjähriger Bonds sogar auf dem höchsten Stand seit 1997 geklettert.

Doch auch die Lage in Großbritannien ist in den Blick geraten. "Innerhalb der Labour-Partei wächst der Druck auf Premierminister Starmer: Bereits 92 Abgeordnete fordern seinen Rücktritt, womit ein Misstrauensvotum in greifbare Nähe rückt", bemerkt Commerzbank-Analyst Erik Liem. Für die Märkte gehe es vor allem um die Bedeutung für die zukünftige Fiskalpolitik. "Sollte sich ein ausgabenfreudigerer Kandidat durchsetzen, dürfte dies die Renditen der britischen Staatsanleihen weiter nach oben treiben." Schon jetzt handelten sich auf den höchsten Niveaus seit 2008.

In den USA neuer Notenbankchef

Kevin Warsh tritt am heutigen Freitag die Nachfolge Jerome Powells als Vorsitzender der US-Notenbank an. Bernd Weidensteiner von der Commerzbank weist darauf hin, dass die Inflationsrate seit über fünf Jahren über dem 2 Prozent-Ziel liegt. "Warsh wird daher die von Präsident Trump immer wieder eingeforderte rasche Leitzinssenkung nicht liefern können", bemerkt der Analyst. Dazu müsse erst einmal die Inflation wieder erkennbar auf dem Rückzug sein.

Corporates ohne klaren Trend

Im Geschäft mit Unternehmensanleihen macht sich die allgemeine Vorsicht bemerkbar. "Ein klarer Trend ist nicht erkennbar", sagt Daniel. Er meldet Käufe und Verkäufe von Anleihen ganz unterschiedlicher Unternehmen, Laufzeiten und auch Währungen. "Die Umsätze sind eher dünn", erklärt auch Brunner. Etwas schwächer mit aktuell 101,4 Prozent zeige sich die bis 2027 laufende Mutares-Anleihe (NO0012530965). "Das Unternehmen hatte den Rückkauf von 25.000.000 Euro des insgesamt ausstehenden Gesamtnennbetrags von 250.000.000 Euro der Anleihe zu einem Kaufpreis von 101 Prozent angekündigt."

Unter erneutem Abgabedruck geriet Brunner zufolge auch der angeschlagene Entwickler von Erneuerbare-Energien-Projekten ABO Energy (DE000A3829F5). "ABO Energy verliert die Hälfte seines Grundkapitals und muss eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen." Nach zuvor 30 Prozent wird der Bond jetzt zu 25 Prozent gehandelt.

"KI auf der Suche nach neuen Finanzierungsquellen"

Wie in der Vorwoche kamen auch diese Woche viele Unternehmen mit neuen Anleihen auf den Markt - abermals meist mit großer Stückelung. Etwa platzierte Amazon Bonds im Wert von 2,9 Milliarden Schweizer Franken, wie Brunner berichtet. "KI ist auf der Suche nach neuen Finanzierungsquellen", bemerkt der Händler.

Eine Neuemission von BMW hat hingegen eine privatanlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Euro. Das Unternehmen bietet drei Tranchen: die erste mit Laufzeit bis 2029 und 3,25 Prozent (XS3379782074), die zweite bis 2032 und 3,625 Prozent (XS3379782157) sowie die dritte bis 2036 und 4 Prozent (XS3379782231). Gute Umsätze meldet Brunner zudem in einem neuen Linde-Floater, allerdings mit Stückelung von 100.000 Euro (XS3370292644).

Von Anna-Maria Borse, 15. Mai 2026 © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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