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Wochenausblick: Schwacher Start in den Februar 02.02.2026, 10:10 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Massive Verluste bei den Edelmetallen, US-Dollar-Schwäche, Bitcoin im freien Fall - die Märkte kommen nicht zur Ruhe. Jüngster Auslöser: die Nominierung des neuen Fed-Chefs. Zudem schwelt der Iran-Konflikt weiter. Kein großes Thema ist die anstehende EZB-Sitzung.

2. Februar 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Die Nominierung von Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell am Freitag hat die Märkte kräftig durchgeschüttelt: Der Goldpreis ist seitdem um 18 Prozent eingebrochen, der Silberpreis noch stärker. Für den schon vorher schwächelnden Bitcoin ging es nochmals nach unten. "Die Märkte gehen offenbar davon aus, dass mit Warsh die Unabhängigkeit der Fed besser gewahrt bleiben könnte als bisher gedacht", kommentiert Ulrich Kater von der DekaBank. Damit erschienen die "Ersatzwährungen" für den US-Dollar weniger attraktiv.

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"Selten zuvor wurde eine Entscheidung dieser Art mit so großer Spannung erwartet wie diesmal", bemerkt Sandro Pannagl von der LBBW. Denn die Währungshüter stünden unter massivem Druck seitens US-Präsident Trump, die Zinsen zu senken und die Geldpolitik in seinem Sinne auszurichten. "Ob Warsh ihm dabei Schützenhilfe leisten wird, ist offen." In den Jahren 2006 bis 2011 als Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Fed sei Warsh zwar eher als "Falke" aufgetreten und habe vor Inflationsrisiken gewarnt. "In jüngster Zeit äußerte er sich aber häufiger unterstützend zu niedrigeren Zinsen."

Rasant nach unten für Gold, Silber und Kryptos

Die Aktienmärkte zeigen sich auch zu Beginn der neuen Wochen schwach, von einem Einbruch kann aber nicht die Rede sein. Der DAX (DE0008469008) steht am Montagmorgen bei 24.414 nach 24.489 Punkten am Freitag zu Handelsschluss und 25.508 Zählern im Rekordhoch vor drei Wochen. Der Stoxx Europe 600 (EU0009658202) liegt nur etwas unter dem Rekordstand. Dow Jones und S&P 500 hatten am Freitag verloren, der Nasdaq 100 deutlicher. Die Feinunze Gold kostet am Montagmorgen nur noch 4.554 US-Dollar nach im Allzeithoch 5.570 US-Dollar, Silber 77 statt 122 US-Dollar. Der Bitcoin wird aktuell zu 76.300 US-Dollar gehandelt - im Hoch waren es fast 126.000 US-Dollar.

"Überfällige Korrektur nach überhitzter Rally"

Den starken Rücksetzer der Edelmetalle wertet die LBBW eher als überfällige Korrektur nach einer überhitzten Rally und überkauften Niveaus. "Zwar könnten die Edelmetalle kurzfristig weiter schwach tendieren, die fundamentalen Treiber bleiben aber intakt: Handels- und geopolitische Risiken, fiskalische Sorgen und die anhaltende Diversifizierung globaler Währungsreserven werden die Edelmetallpreise mittelfristig weiter stützen", erklärt LBBW-Analyst Pannagl. Die Bank hat ihre Goldprognose vergangene Woche auf 5.000 US-Dollar angehoben.

"Mittelfristig dürfte Aktienkurse erneut steigen"

Die Aktienmärkte haben laut Commerzbank-Analyst Burkhard Fehling zuletzt darunter gelitten, dass einige Schwergewichte im Tech-Sektor die sehr optimistischen Erwartungen nicht ganz erfüllen konnten. "Zudem befürchten manche Investoren einen bevorstehenden Militärschlag der USA gegen den Iran", ergänzt Fehling. Er geht davon aus, dass sich die Konsolidierung kurzfristig fortsetzen könnte. "Doch mittelfristig dürften die Aktienkurse erneut steigen, angetrieben unter anderem von einer anhaltend starken US-Konjunktur und von stetig wachsenden Unternehmensgewinnen."

DZ sieht DAX bei 27.500 Punkten

Auch die DZ Bank ist zuversichtlich, sie sieht den DAX per Jahresende bei 27.500 Punkten. "Diese positive Einschätzung fußt auf günstigen geld- und fiskalpolitischen Rahmenbedingungen sowie einer soliden Gewinnerwartung", erklärt Birgit Henseler. "Analystenschätzungen gehen davon aus, dass die im DAX vertretenen Unternehmen ein zweistelliges Gewinnwachstum erzielen werden - eine deutliche Beschleunigung gegenüber den Vorjahren." Allerdings müssten auch geopolitische Risiken und Konsumschwächen im Blick behalten werden.

Unterdessen geht die Berichtssaison weiter. Hierzulande veröffentlichen diese Woche zum Beispiel Infineon, Qiagen, Siemens Healthineers und Hannover Rück ihre Zahlen, in den USA Google-Mutter Alphabet und Amazon. Kein großes Thema ist die am Donnerstag anstehende EZB-Sitzung, Zinsänderungen werden nicht erwartet.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 2. Februar

16.00 Uhr. USA: ISM-Index Verarbeitendes Gewerbe Januar. Die Konsensschätzungen liegen bei 48,3 Punkten nach 47,9 im Dezember.

Mittwoch, 4. Februar

11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise Januar. Die Inflation im Euroraum dürfte im Januar auf 1,8 Prozent zurückgegangen sein, meint die DekaBank. Die Kerninflationsrate erwartet sie unverändert bei 2,3 Prozent.

Donnerstag, 5. Februar

8.00 Uhr. Deutschland: Auftragseingänge Dezember. Die Auftragseingänge der deutschen Industrie dürften im Dezember erneut gestiegen sein, meint die Commerzbank, vorwiegend wegen der stärkeren Nachfrage des Staates.

13.00 Uhr. Großbritannien: Zinsentscheid der Bank of England. Nach Einschätzung der DekaBank wird die Bank of England ihren Leitzins wohl bei 3,75 Prozent belassen.

14.15 Uhr. Eurozone: Zinsentscheid der EZB. Die EZB wird die Leitzinsen bei dieser Ratssitzung wohl erneut unverändert lassen, erklärt die DekaBank. Auf der Pressekonferenz dürfte Präsidentin Lagarde den mittelfristigen Inflationsausblick als weiterhin günstig und die derzeitige geldpolitische Ausrichtung als angemessen bezeichnen.

Freitag, 6. Februar

8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion/Exporte Dezember. Die Helaba rechnet bei der Industrieproduktion mit einem Minus von 1 Prozent gegenüber dem Vormonat, bei den Exporten mit einem Minus von 0,5 Prozent.

14.30 Uhr. USA: Arbeitsmarktzahlen Januar. Der Arbeitsmarkt tritt der Commerzbank zufolge trotz kräftigen Wirtschaftswachstums auf der Stelle.

Von Anna-Maria Borse, 2. Februar 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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