Etwas weniger Kinder in Deutschland mit Grundsicherung 03.08.2026, 05:21 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Zahl der Minderjährigen mit Anspruch auf Grundsicherung ist innerhalb eines Jahres von 1,75 auf 1,64 Millionen gesunken. Von diesen leistungsberechtigten Minderjährigen hatten im Dezember 2025 fast 860.000 die deutsche und mehr als 780.000 eine ausländische Staatsangehörigkeit, wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion unter Berufung auf die Bundesagentur für Arbeit schreibt. Die Antwort liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.

Die Anteile blieben auf einem ähnlichen Niveau, mit einem leichten Anstieg bei jenen mit deutscher Staatsangehörigkeit auf rund 52 Prozent, während rund 48 Prozent der Minderjährigen eine ausländische Staatsangehörigkeit hatten, wie aus dieser und einer entsprechenden Antwort vom Vorjahr hervorgeht. Kinder erhalten in der Regel Grundsicherung, wenn die Eltern das Existenzminimum nicht selbst decken können.

Ausländische Minderjährige öfter mit Grundsicherung

Insgesamt lag die Quote minderjähriger Kinder mit Leistungen nach dem einschlägigen Sozialgesetzbuch II im Dezember 2025 bei 11,7 Prozent, so die Regierung. Bei Kindern mit deutscher Staatsangehörigkeit waren es demnach 7,2 Prozent, bei Kindern mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit waren es 36,8 Prozent.

Über alle Altersgruppen gab es im März 2026 laut einem Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom Juni rund 180.000 weniger ausländische Bezieherinnen und Bezieher von Grundsicherung als vor einem Jahr. Laut IAB-Bericht lag die SGB-II-Hilfequote der ausländischen Bevölkerung im März 2026 bei 19 Prozent, 1,4 Punkte weniger als im März 2025.

Einwanderung in die Sozialsysteme?

Zum Anteil ausländischer Minderjährigen sagte der sozialpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, René Springer: "Mehr als jedes dritte ausländische Kind bezieht in Deutschland Bürgergeld." Springer, zugleich Brandenburger AfD-Chef, kritisierte "Ausgaben von rund 23,8 Milliarden Euro allein für ausländische Minderjährige seit 2015". Seit langem gebe es "Anreize zur Einwanderung in die Sozialsysteme", die beseitigt gehörten, bekräftigte Springer entsprechende AfD-Forderungen.

Existenz und Ausmaß so einer Einwanderung sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Es gebe "keinen Anhaltspunkt dafür, dass Migration primär durch Sozialleistungen motiviert" sei, stellten etwa Expertinnen und Experten der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung vor wenigen Monaten in einer Analyse fest.

Die Beschäftigung der ausländischen Staatsangehörigen war laut IAB im April gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 190.000 Personen gestiegen (plus 2,9 Prozent), während die Beschäftigung in Deutschland insgesamt etwas sank. Der Anteil der Menschen mit Leistungen aus der sozialen Mindestsicherung an der Gesamtbevölkerung war bereits 2024 leicht auf 8,7 Prozent gesunken. Die SGB-II-Quote betrug zuletzt 8 Prozent.

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