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EU-Kommission leitet Kartelluntersuchung gegen Sanofi ein 26.06.2026, 13:07 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Die Europäische Kommission prüft, ob der Pharmakonzern Sanofi FR0000120578 mit einer Kampagne gegen einen Impfstoff der Konkurrenz gegen europäisches Kartellrecht verstoßen hat. Die Wettbewerbshüter gehen der Frage nach, ob das französische Unternehmen den eigenen Grippeimpfstoff mit falschen oder irreführenden Behauptungen als der Konkurrenz überlegen dargestellt und dabei seine Marktmacht ausgenutzt hat. Sanofi weist die Vorwürfe zurück.

Sanofi bietet nach Angaben der EU-Kommission unter dem Markennamen "Efluelda" einen verstärkten Grippeimpfstoff an, der speziell entwickelt worden sei, um Menschen über 60 Jahren einen besseren Schutz vor Influenza zu bieten. Das Produkt konkurriere mit dem verstärkten Grippeimpfstoff, den das Unternehmen CSL Seqirus unter dem Markennamen "Fluad" vertreibe.

Bedenken zu Kampagne gegen Impfstoff des Konkurrenten

Die Kommission hat Bedenken, dass Sanofi eine irreführende Kommunikationskampagne durchgeführt hat, die sich vor allem an medizinisches Fachpersonal in Deutschland und Frankreich gerichtet habe.

Darin sei behauptet worden, dass die Evidenzgrundlage für "Fluad" schwächer sei als die für "Efluelda". Dies widerspreche den Erkenntnissen sowohl der nationalen Impfkommissionen in Deutschland und Frankreich als auch des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). In Deutschland sei auch behauptet worden, es gebe noch ungelöste wissenschaftliche Einwände medizinischer Fachgesellschaften gegen eine nationale Impfempfehlung für das Konkurrenzprodukt.

"Grippeimpfstoffe tragen jedes Jahr zum Schutz Zehntausender Europäerinnen und Europäer bei", teilte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera mit. Die informierte Entscheidungsfindung der Verbraucher dürfe nicht unangemessen beeinträchtigt werden.

Hat Sanofi seine Marktstellung missbraucht?

Die Brüsseler Behörde prüft nun, ob das Unternehmen mit Hauptsitz in Paris seine Marktstellung missbraucht hat. Für die Untersuchung gibt es keine gesetzliche Frist. Parallel hat die Kommission in einer vorläufigen Beurteilung ihre wettbewerbsrechtlichen Bedenken dargelegt. Sanofi kann darauf mit Verpflichtungen reagieren.

Ein Sprecher des Unternehmens teilte mit, Sanofi sei davon überzeugt, stets im Einklang mit allen geltenden Gesetzen und Vorschriften gehandelt zu haben und werde dies auch weiterhin tun. Das Unternehmen nehme die Angelegenheit sehr ernst und kooperiere im gesamten Verfahren vollumfänglich mit der Europäischen Kommission. Diese hatte wegen des Verdachts im vergangenen September Räumlichkeiten des Konzerns in Deutschland und Frankreich durchsucht.

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