Experte zu Iran

Gibt keine schnelle militärische Lösung 30.04.2026, 12:45 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Nach einem Bericht über mögliche neue US-Militärschläge gegen den Iran warnt ein Experte vor zu großen Erwartungen und mehr Instabilität. "Es gibt keine schnelle militärische Lösung für das Iran-Problem", schrieb Danny Citrinowicz, einer der führenden Iran-Experten, auf der Plattform X.

Die USA suchten vermutlich nach einem entscheidenden militärischen Schritt, der den Iran zur Kapitulation zwingen solle, schrieb Citrinowicz und urteilte: "Das wird nicht funktionieren." Was 40 Tage andauernde Angriffe nicht erreicht hätten, werde sich nicht plötzlich durch Angriffe in der Straße von Hormus, durch Attentate auf hochrangige Persönlichkeiten oder gar durch Angriffe auf zivile Infrastruktur vollbringen lassen.

Davor hatte das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtet, dass US-Präsident Donald Trump an diesem Donnerstag vom Militär über neue militärische Optionen gegen den Iran informiert werden soll. Das Briefing signalisiert laut "Axios", dass Trump ernsthaft darüber nachdenke, wieder größere Kampfeinsätze aufzunehmen - dies, um entweder die festgefahrenen Verhandlungen zu durchbrechen oder um der Islamischen Republik einen letzten Schlag zu versetzen, bevor der Krieg beendet werde. Wahrscheinlich würden die Ziele auch zivile Infrastruktur beinhalten, hieß es. Aktuell gilt in dem Konflikt eine Waffenruhe.

Risiko unverhältnismäßiger Reaktion

Die Annahme, dass ein kurzer, entschlossener Militäreinsatz eine Änderung bewirken könne, sei ein Missverständnis, schrieb der Experte. "Es ist unwahrscheinlich, dass der Iran unter Druck nachgeben wird."

Wahrscheinlicher sei, dass Teheran mit Maßnahmen reagiere, die nicht nur für seine Gegner, sondern auch für die Weltwirtschaft die Kosten erhöhten. Störungen am Golf, Angriffe durch Stellvertreter und regionale Instabilität seien für den Iran keine Nebeneffekte, sondern zentrale Bestandteile seiner Strategie.

Angesichts des tiefen Misstrauens zwischen den Parteien berge selbst ein gezielter US-Militäreinsatz das Risiko einer unverhältnismäßigen Reaktion. "Eine Eskalation ist in einem solchen Kontext nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich."

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