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Fahrzeug durchbricht Zaun am Flughafen Leipzig/Halle 18.10.2026, 18:02 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Ein beschädigter Zaun hat in der Nacht einen Polizeieinsatz am Flughafen Leipzig/Halle ausgelöst - gut zwei Monate nach dem Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne dort. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Eine Sprecherin der Bundespolizei bestätigte, dass ein Fahrzeug den Zaun durchbrochen habe - Bremsspuren seien zu sehen. Auch ein Unfall komme infrage.

Der Flughafensicherheitsdienst entdeckte die Beschädigung am Samstag kurz vor 23 Uhr bei einer routinemäßigen Streife, sagte Bundespolizeisprecher Dirk Eidam. "Das direkte Reinfahren wurde nicht gesichtet, aber die Spurenlage gibt das entsprechend her." Nach Angaben der Bundespolizei war das Fahrzeug einige Meter in den Sicherheitsbereich hineingefahren und anschließend wieder hinaus.

In der Nacht durchsuchten Einsatzkräfte zunächst besonders gefährdete Bereiche. Ab 8.30 Uhr wurde der gesamte Nordbereich mit Einsatzkräften, einem Polizeihubschrauber und Drohnentechnik abgesucht. Dabei fanden sie weder das mutmaßliche Fahrzeug noch unberechtigte Personen oder verdächtige Gegenstände.

Flughafen verweist auf Sicherheitsstandards

Der beschädigte Zaunabschnitt liegt nach Angaben von Flughafensprecher Uwe Schuhart an einer öffentlich zugänglichen Straße. Dort befindet sich auch eine Notfallzufahrt für externe Einsatzkräfte wie die Feuerwehr. Solche Zufahrten würden bei großen Flughafenübungen genutzt. Beschädigt worden sei der Zaun, nicht das Notfalltor.

Eine Kamera mit Videoaufzeichnungsfunktion gebe es an dem betroffenen Zaunabschnitt nicht, sagte Schuhart. Dort befinde sich lediglich eine Kamera für den operativen Flughafenbetrieb, die keine Aufnahmen speichere. Nach Angaben der Bundespolizei wird der gesamte Flughafenbereich regelmäßig bestreift und überwacht.

Die Anforderungen an einen Zaun an einem Verkehrsflughafen seien gesetzlich geregelt. Der Zaun erfülle nationale und internationale Standards und werde regelmäßig von den Behörden überprüft, sagte Schuhart. Auch der Flughafenverband ADV erklärte, die vorgesehenen Sicherheitsabläufe hätten gegriffen: Der Schaden sei umgehend entdeckt und die zuständigen Stellen hätten unverzüglich reagiert.

Die Nordpiste war nach dem Vorfall gesperrt, der Betrieb auf der Südpiste lief weiter. Nach Herstellung der Luftsicherheit sei die Nordpiste um 14 Uhr wieder freigegeben worden, teilte die Bundespolizei mit.

Russische Antonows nicht in unmittelbarer Nähe

Drei russische Antonow-Frachtflugzeuge stehen wegen der EU-Sanktionen gegen Russland seit 2022 am Flughafen und dürfen nicht starten. Der beschädigte Zaunabschnitt und die Maschinen lägen zwar beide im Nord-Bereich, aber nicht unmittelbar beieinander, sagte Schuhart.

Die ebenfalls am Flughafen Leipzig/Halle befindlichen ukrainischen Antonow-Frachtflugzeuge seien dagegen im Süd-Bereich und damit deutlich weiter entfernt. Nach Angaben Schuharts sind bis zu sechs dieser Maschinen in Leipzig stationiert. Die ukrainische Fluggesellschaft Antonov Airlines hatte ihre Basis nach dem russischen Angriff auf die Ukraine dorthin verlegt, weil ein Flugbetrieb von ukrainischen Flughäfen aus nicht mehr möglich war.

Zusammenhang mit Drohnenfund unklar

Ob der aktuelle Vorfall mit dem Drohnenfund von Anfang August zusammenhängt, ist unklar. Damals war am Flughafen eine mit Sprengstoff präparierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesregierung machte Russland für den versuchten Angriff verantwortlich, Moskau wies die Vorwürfe zurück.

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