Gastronomie hofft nach sechs schweren Jahren auf Aufschwung 31.12.2025, 15:12 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

BERLIN (dpa-AFX) - Mit Jahresbeginn sinkt die Mehrwertsteuer für Speisen in Restaurants von 19 auf 7 Prozent - dennoch wird Essengehen wohl nicht flächendeckend günstiger. "Die Preise sind maßgeblich abhängig von der Kostenentwicklung. Und hier haben wir in den letzten Jahren schon erhebliche Kostensteigerungen gehabt bei Nahrungsmitteln, bei alkoholfreien Getränken, bei Energie und insbesondere bei den Personalkosten", sagte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Gaststättenverbands Dehoga, der Deutschen Presse-Agentur.

Mit dem Jahreswechsel steige zudem der Mindestlohn von 12,82 Euro auf 13,90 Euro - das sei eine große Herausforderung "gerade für die beschäftigungsintensiven Restaurants". Letztlich sei es Aufgabe eines jeden Unternehmers, die Preise zu kalkulieren. "Da können wir als Verband keine Empfehlungen abgeben."

Viele Gastronomen hatten zuvor betont, dass ein Restaurantbesuch kaum günstiger werden wird. Die Steuersenkung werde vielerorts genutzt, um die gestiegenen Kosten zumindest teilweise auszugleichen.

Verband: Mehrwertsteuersenkung sichert Arbeitsplätze

Der Dehoga setzt große Hoffnungen in die Mehrwertsteuersenkung, für die sich der Verband in den vergangenen Jahren intensiv eingesetzt hat. "Ich bin fest davon überzeugt: Das ist die wichtigste Maßnahme zur Zukunftssicherung der Restaurants und Cafés, also insbesondere der handwerklich arbeitenden Küche", sagte Hartges. Mit der Maßnahme würden Existenzen und Arbeitsplätze gesichert.

"Wir wollen eine abwechslungsreiche Gastronomie - und deswegen sind die sieben Prozent so wichtig, damit nicht nur Take-Away-Imbisse und Ketten das Stadtbild prägen, sondern auch attraktive öffentliche Wohnzimmer, in denen man sich gerne trifft, in schöner Atmosphäre beisammensitzt und leckeres Essen genießt", sagte Hartges.

Seit 2020 läuft es für viele Gastronomen nicht rund

Die Gastronomie erlebte dem Dehoga zufolge 2025 das sechste Verlustjahr in Folge. Erst setzten die Corona-Maßnahmen etwa mit Schließungen den Betrieben zu, anschließend die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine wie etwa stark gestiegene Energiepreise. Dem Statistischen Bundesamt zufolge sind die Preise im Bereich Gaststätten und Beherbergungsdienstleistungen von Anfang 2020 bis November 2025 um rund 34 Prozent gestiegen.

"Ich hoffe, dass es 2026 wieder bergauf geht", sagte Hartges. "Das hängt von vielen Faktoren ab, etwa den geopolitischen Herausforderungen, aber auch, wie sich insgesamt die Nahrungsmittelpreise, die Energiekosten entwickeln." Da gebe es viele Fragezeichen. "Aber ich bin zuversichtlich, dass sich irgendwann die Stimmung aufhellt und die Menschen wieder gerne ausgehen und es sich auch leisten können."

Hartges fordert mehr Pragmatismus statt Kennzeichnungspflichten

Von der Politik erhofft sich Hartges - wie die meisten Wirtschaftsverbände - den Abbau von Bürokratie. Konkret könnte sie sich Lockerungen bei der Allergenkennzeichnung vorstellen, ebenso bei Reinigungsprotokollen in den Toiletten.

"Mich interessiert als Gast nicht irgendeine Liste, die in der Toilette hängt und wo im Stundenrhythmus Namen eingetragen sind. Entscheidend ist doch der Eindruck der Toilette. Ist sie sauber? Ist alles gepflegt", sagte Hartges.

Auch bei weiteren Kennzeichnungspflichten fordert Hartges mehr Pragmatismus. "Redenden Menschen kann weitergeholfen werden: Wenn ich ein Stück Rinderfilet auf der Karte sehe für einen ordentlichen Preis, dann kann ich als Gast ja auch nachfragen, woher das Fleisch kommt", sagte Hartges. "Aber von vornherein immer neue Kennzeichnungspflichten einzuführen, ist wirklich nicht hilfreich."/nif/DP/he

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer