WUPPERTAL (dpa-AFX) - Das Wuppertaler Landgericht hat dem ehemaligen Innogy-Manager Bernhard Günther für den Säureangriff auf ihn 250 000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Die Entscheidung sei nach Ablauf der Einspruchsfrist bereits rechtskräftig, teilte das Gericht am Freitag mit.

Der Anspruch richtet sich gegen einen 43-jährigen Belgier, der wegen des Angriffs zu zwölf Jahren Haft rechtskräftig verurteilt worden war.

Günther (56), ehemals Finanzvorstand der damaligen RWE -Tochter Innogy, war am 4. März 2018 in der Nähe seines Hauses in Haan nach dem Joggen auf einem Fußweg von zwei Männern angegriffen, mit hochkonzentrierter Schwefelsäure überschüttet und schwer verätzt worden. Er hatte sich noch nach Hause schleppen und einen Teil der Säure mit Wasser vom Körper spülen können. Günther schwebte zeitweise in Lebensgefahr und musste mehrfach operiert werden. Teile seines Gesichts vor allem im Bereich der Augen waren verätzt worden. Sein Augenlicht konnte gerettet werden.

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft auch einen zweiten mutmaßlichen Säureangreifer angeklagt. Über die Zulassung der Anklage gegen den 36-Jährigen ist noch nicht entschieden.

Zum Zeitpunkt des Anschlags stand die Übernahme von Innogy durch Eon unmittelbar bevor. Günther vermutet als Auftraggeber des Säureattentats eine Person in seinem damaligen beruflichen Umfeld, die ihn als Konkurrenten habe ausschalten wollen.

Günther und sein Anwalt hatten nach der Festnahme des 36-jährigen Serben die Hoffnung geäußert, dass nun auch der Auftraggeber des Anschlags ermittelt werden könne./fc/DP/ngu