Hunderttausende zahlen freiwillig in Rente 28.04.2026, 15:48 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Hunderttausende Menschen zahlen freiwillige Rentenbeiträge, um Abschläge bei vorzeitigen Renten auszugleichen oder vorgeschriebene Wartezeiten bis zu einer Rente zu erreichen. So zahlten zuletzt 180.000 Versicherte pro Jahr für eine freiwillige Versicherung ein, wie die Deutsche Rentenversicherung in Berlin mitteilte. Diese freiwillig Versicherten zahlten demnach zu 64 Prozent lediglich den festgelegten Mindestbeitrag. Die Versicherung diene dann vor allem dazu, die Mindestversicherungszeit bis zu einer Rente zu erreichen, sagte Rentenexperte Nico Höxbroe.

48.000 Versicherte glichen mit Einzahlungen zudem Rentenminderungen aus, deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. 3.221 Versicherte leisteten gemäß diesen Zahlen für 2024 zudem Nachzahlungen für Ausbildungszeiten. Eingezahlt wurden allein 743 Millionen Euro zum Ausgleich von Rentenminderung sowie 688 Millionen Euro für die freiwillige Versicherung - "erhebliche Summen", wie der Bereichsleiter der Rentenversicherung, Höxbroe, sagte.

Ungeachtet politischer Rufe nach längerem Arbeiten sind zuletzt fast zwei von drei Neurentnerinnen und -rentner vorzeitig in Rente gegangen - rund 30 Prozent mit und 30 Prozent ohne Abschläge von den 937.000 Altersrentenzugängen 2024.

Wie frühere Rente erreicht werden kann

Freiwillige Beiträge können dazu dienen, einen früheren Rentenbeginn zu erreichen. Nach einer Versicherungszeit von 45 Jahren können Versicherte vor der Regelaltersgrenze ohne Abschläge in Rente gehen. Um diese 45-Jahre-Wartezeit zu erreichen, können auch Zeiten mit freiwilligen Beiträgen genutzt werden, wenn mindestens 18 Jahre mit Pflichtbeiträgen aus einer Beschäftigung vorliegen.

Die Rentenversicherung nennt das Beispiel einer 62-jährigen inzwischen selbstständigen Handwerkerin, die 43 Jahre Rentenzeiten vorweisen kann. Sie zahlt für die zwei fehlenden Jahre freiwillig den Mindestbeitrag ein und kann mit 65 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen.

Für wen sich freiwillige Beiträge rechnen

"Ist das eine sinnvolle Investition?", fragte Höxbroe. Die Antwort könne nicht generell gegeben werden. Der Rentenexperte verwies auf die zunehmende Alterung der Gesellschaft mit vielen 85-Jährigen: "Wenn ich so alt werde, dann hat sich das Ganze für mich gelohnt." Bei Verheirateten lohnt sich so ein Ausgleich auch eher, wegen der dann auch höheren Hinterbliebenenrente. Nicht zuletzt sind freiwillige Rentenbeiträge steuerlich absetzbar. Die Höhe möglicher freiwilliger Beiträge ist dabei laut Rentenversicherung flexibel: von Höchstbeiträgen von mehr als 1.500 Euro monatlich bis hin zum Mindestbeitrag von rund 112 Euro.

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