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Insa-Umfrage

AfD bei 30 Prozent - Union fällt auf 18 04.10.2026, 15:41 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die AfD erreicht in einer Insa-Umfrage bundesweit erstmals die 30-Prozent-Marke - und die Union fällt gleichzeitig auf ein Tief. Die AfD legt im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt zu, CDU und CSU verlieren einen Punkt und kommen nur noch auf 18 Prozent. Damit liegt die AfD in der Erhebung des Insa-Instituts für "Bild" zwölf Punkte vor der Union von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Die Co-Parteichefin de AfD, Alice Weidel, schrieb zu den Umfrageergebnissen auf der Plattform X: "Deutschland will die politische Wende!"

Für AfD und CDU/CSU sind dies innerhalb der Insa-Daten bisherige Höchst- beziehungsweise Tiefstwerte. Einzelne andere Institute haben diese Werte bei der sogenannten Sonntagsfrage aber schon gemessen: So lag die Union Mitte September bereits bei YouGov bei 18 Prozent und die AfD zur selben Zeit beim Institut GMS bei 30. Bei jüngeren Messungen anderer Institute lag die AfD teilweise bis zu vier Punkte niedriger, die Union bis zu fünf Punkte höher.

In der Historie hatte die Union schon einmal annähernd tief gelegen: Im Oktober 2021 hatte Insa für sie 18,5 Prozent gemessen.

In der aktuellen Erhebung unter 1.202 Befragten liegen SPD (unverändert) und Grüne (minus eins) gleichauf bei 14 Prozent. Die Linkspartei verharrt bei 10 Prozent. BSW und FDP liegen mit je 4 Prozent unter der Fünf-Prozent-Marke.

Realistische Mehrheit nur mit ungewöhnlicher Kombination möglich

Rechnerisch wären daher bei Insa Mehrheiten bei den Mandaten bereits mit weit weniger als 50 Prozent der Stimmen gegeben. Unter den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen wären Zweierbündnisse aber ausgeschlossen, reichen würde es nur für eine Dreierkoalition aus Union, SPD und Grünen.

Die gemessene Unzufriedenheit ist zugleich hoch: Jeweils 79 Prozent äußerten sich über die Arbeit des Kanzlers und über die der Bundesregierung insgesamt unzufrieden.

Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Hinzu kommt die Spannbreite möglicher Abweichungen: Insa gibt die maximale Fehlertoleranz mit plus/minus 2,9 Prozentpunkten an.

Kerkeling warnt erneut vor AfD

Der Schauspieler und Entertainer Hape Kerkeling bekräftigte indes zum Tag der Deutschen Einheit seine Aufforderung nach dem Anstoß eines Verbotsverfahrens gegen die AfD. "Es bleibt die Aufgabe des Staates, uns zu schützen. Daher fordere ich die verantwortlichen Politiker auf: Handelt jetzt!", sagte Kerkeling in einem über Instagram verbreiteten Video.

Er sei überwältigt von unzähligen berührenden Reaktionen auf seine Rede im Thüringer Landtag, sagte er. Kerkeling hatte dort bei einer Anhörung zum Für und Wider eines AfD-Verbotsverfahrens gesprochen.

Der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke sagte auf einer Parteiveranstaltung am Samstag in Fürstenwalde, Kerkeling würde nicht wie früher der Hofnarr den Herrschenden den Spiegel vorhalten, "sondern macht sich zum Sprachrohr der Mächtigen". Die "permanente Verbotsdebatte" diene vor allem dazu, die Partei und ihre Anhänger einzuschüchtern.

Rhein: Verbotsverfahren würde mehr als fünf Jahre dauern

Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) sprach sich gegen ein Verbotsverfahren aus. "Nach meiner Wahrnehmung gibt es in unserer Partei eine einhellige Meinung: Wir streben kein AfD-Verbot an", sagte er dem Magazin "Stern". Das Verfahren würde mindestens fünf Jahre dauern, zudem sei der Ausgang mehr als ungewiss.

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