IWF erwartet Senkung seiner globalen Wachstumsprognose 09.04.2026, 16:10 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet angesichts des Iran-Krieges mit einer Senkung seiner Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft. Ohne Lieferunterbrechung etwa bei Öl und Gas hätte die Organisation ein stärkeres Wachstum vorhergesagt, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa laut Redemanuskript vor der Frühjahrstagung kommende Woche. "Doch nun beinhaltet selbst unser optimistischstes Szenario eine Wachstumskorrektur nach unten", hieß es. Am Dienstag veröffentlicht der IWF neue Konjunkturprognosen. Georgiewa warnte zudem vor Inflationsrisiken.

Für das laufende Jahr rechnete die Organisation mit Sitz in der US-Hauptstadt Washington bislang mit einem weltweiten Wachstum von 3,1 Prozent. Deutschland dürfte demnach um 0,9 Prozent zulegen, während im Oktober für die gesamte Eurozone ein Plus von 1,1 Prozent prognostiziert wurde.

Auch andere haben bereits Prognosen gelockert

Bereits vergangene Woche hatten führende Forschungsinstitute in Deutschland ihre Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt 2026 deutlich nach unten geschraubt. Aufgrund der Folgen des Iran-Krieges mit stark gestiegenen Energiepreisen erwarten sie nur noch einen Zuwachs um 0,6 Prozent. Vor rund einem halben Jahr prognostizierten sie noch ein Wachstum von 1,3 Prozent.

In den vergangenen Wochen hatte der Iran die Straße von Hormus blockiert und damit den Schiffsverkehr praktisch zum Erlegen gebracht. Die Meerenge ist für den globalen Öl- und Gashandel von enormer Bedeutung, auch andere wichtige Vorprodukte wie Düngemittel waren betroffen. Das ließ die Preise weltweit dramatisch steigen. Erst am Dienstag einigten sich der Iran und die USA auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus.

IWF-Chefin: Iran-Krieg wird Inflation kurzfristig antreiben

Die IWF-Chefin verwies zudem auf kurzfristige Risiken für ein Hochschnellen der Inflation infolge des Krieges. So seien die Erwartungen an die Teuerungsrate in den USA und in der Eurozone bereits deutlich gestiegen. "Glücklicherweise haben sich die längerfristigen Erwartungen nicht verändert - das ist sehr gut und sehr wichtig", sagte Georgiewa.

Der IWF und die Weltbank beginnen am kommenden Montag ihre Frühlingstagung, bei der Finanzminister, Vertreter der Finanzwirtschaft und der Entwicklungszusammenarbeit sowie Zentralbanker zusammenkommen.

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