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Jeder Fünfte fühlt sich von Messenger-Chats oft überfordert 20.10.2026, 13:56 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Familienchat, Freundesgruppe, Sprachnachrichten: Viele Menschen in Deutschland fühlen sich einer Befragung zufolge von der Menge an Nachrichten in Messenger-Apps überfordert. 72 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer kennen das Gefühl, 20 Prozent geht es sogar häufig so, wie aus einer repräsentativen Umfrage des Unternehmens Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hervorgeht.

Ältere fühlen sich demnach häufiger überfordert als Jüngere. Bei den Nutzern ab 65 Jahren kennen 78 Prozent das Gefühl, 28 Prozent häufig. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 68 Prozent, häufig überfordert sind 16 Prozent. Für die Erhebung wurden den Angaben zufolge 1.006 Menschen ab 16 Jahren zwischen Juli und August telefonisch befragt, darunter 875 Messenger-Nutzer.

Insgesamt nutzen demnach 87 Prozent der Menschen ab 16 Jahren privat zumindest gelegentlich Messenger wie WhatsApp, Signal, Telegram oder Threema. 69 Prozent lassen Nachrichten zumindest gelegentlich länger unbeantwortet, weil es ihnen zu viel wird. 12 Prozent machen das öfter. 73 Prozent haben dann zumindest gelegentlich ein schlechtes Gewissen, 75 Prozent entschuldigen sich für späte Antworten.

"Viele setzen sich selbst stärker unter Antwortdruck, als sie es von anderen erwarten", sagte Bitkom-Experte Sebastian Klöß. 87 Prozent haben zumindest gelegentlich Verständnis, wenn andere nicht sofort antworten. Die Geduld hat aber Grenzen: Für 69 Prozent ist es zumindest gelegentlich ein Grund, einen Kontakt auslaufen zu lassen oder abzubrechen, wenn Freunde sehr lange zum Antworten brauchen. Häufig ist das allerdings nur bei 9 Prozent der Fall.

Auch eine Umfrage der IU Internationalen Hochschule hatte im Mai Hinweise auf digitalen Stress gefunden. Dort hatten 56,2 Prozent das Gefühl, ihr Umfeld erwarte zeitnahe Antworten. 44,3 Prozent fühlten sich von der Menge an digitalen Informationen überfordert.

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