KI-Anwendungen boomen - Mittelstand zieht nach 08.07.2026, 06:06 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Unternehmen in Deutschland haben bei der internationalen Aufholjagd rund um die Künstliche Intelligenz an Tempo zugelegt. Nach einer Studie der IW Consult im Auftrag des eco - Verbands der Internetwirtschaft e.V. nutzen bereits 40 Prozent der deutschen Wirtschaft Künstliche Intelligenz (KI).

Ein Anstieg um 118 Prozent seit 2024 zeigt nach Einschätzung der Studienautoren, dass der Einsatz der KI in den Firmen längst das Versuchsstadium verlassen hat. KI ist nicht nur in vielen Großunternehmen ein wichtiges Thema, sondern durchdringt der Studie zufolge die gesamte Breite der Wirtschaft. Selbst in kleinen Betrieben mit unter 50 Mitarbeitern liegt die Nutzungsquote inzwischen bei knapp 40 Prozent.

60 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen KI allerdings noch gar nicht. Als Hauptgründe nennen die Verweigerer eine fehlende Relevanz für das eigene Geschäftsmodell (61 Prozent), fehlende Kapazitäten (34 Prozent) sowie datenschutzrechtliche Bedenken (29 Prozent).

Von der IT-Abteilung direkt in die Werkshalle

Der Einsatz von KI in Büros und Werkshallen verändert auch den Arbeitsmarkt stark. KI-Kompetenzen werden der Studie zufolge nicht mehr nur von spezialisierten IT-Experten gefordert. Die Technologie sei inzwischen längst in den Fachbereichen angekommen - von der Produktion über die Logistik bis hin zum Qualitätsmanagement.

So stieg in der Industrie der Anteil von Stellenanzeigen mit KI-Anforderungen auf Fachkraftniveau von 10 Prozent in den Jahren 2019 und 2022 auf 17 Prozent im Jahr 2025. Der Umgang mit KI entwickele sich branchenübergreifend zu einer neuen Basis- und Querschnittskompetenz.

Für die repräsentative Studie zu den KI-Nutzungszahlen hat IW Consult 500 Unternehmen in Deutschland befragt, deren Daten nach Unternehmensgröße gewichtet wurden. Für den Wandel auf dem Arbeitsmarkt werteten die Forscher zudem rund 55 Millionen Online-Stellenanzeigen im Zeitraum von 2019 bis 2025 aus. Die IW Consult GmbH ist ein privates Forschungs- und Beratungsunternehmen mit Sitz in Köln. Es handelt sich dabei um ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Veredelung statt Neuerfindung

Der starke Anstieg der Nutzungszahlen ist laut der IW-Studie auf eine spezifische deutsche Strategie zurückzuführen. Anstatt Milliarden in die Entwicklung komplett neuer, grundlegender Sprachmodelle zu investieren, setzen deutsche Firmen auf Anwendung und Spezialisierung. Sie nehmen global verfügbare Basismodelle und passen diese eigenen Industriedaten an ihre spezialisierten Prozesse an.

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