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Kölner Hauptbahnhof im Januar 2027 erneut elf Tage dicht 19.06.2026, 14:13 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Inbetriebnahme des neuen elektronischen Stellwerks für den Kölner Hauptbahnhof verzögert sich weiter. Laut einer am Freitag verschickten Pressemitteilung der Deutschen Bahn soll das neue Werk jetzt nach einer längeren Sperrung im Januar 2027 seine Arbeit aufnehmen.

Im vergangenen Jahr war kurz vor dem Start ein Softwarefehler gefunden worden. Trotz einer zehntägigen Sperrung des Kölner Hauptbahnhofs mussten die Bahn die Inbetriebnahme absagen. Zwar wurde kein neuer Termin genannt, aber es war die Rede von Frühjahr 2026. Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hatte die Bahn scharf kritisiert und von einem "Stück aus dem Tollhaus" gesprochen.

Jetzt plant die Bahn, vor der Karnevalszeit und der Handball-WM 2027 fertig zu werden. Laut Mitteilung sollen die Arbeiten vom 8. bis 19. Januar abgeschlossen werden. Währenddessen wird der Kölner Hauptbahnhof für den Regional- und Fernverkehr gesperrt. Die Fernverkehrsgleise 11 und 12 im Bahnhof Köln Messe/Deutz bleiben in Betrieb, während hier der Regionalverkehr ausgesetzt wird. Der S-Bahnverkehr ist in beiden Bahnhöfen nicht betroffen, weil für diese Züge die elektronische Stellwerktechnik bereits 2021 in Betrieb genommen wurde.

Grund für weitere Verzögerung

Zur weiteren Verzögerung bis in das Jahr 2027 erklärte ein Bahn-Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen gab es weitere Absprachen mit dem Hersteller des Stellwerks zur Anpassung der Technik. Zum anderen mussten wir bei dem Termin für die Sperrung schauen, wann passt es am besten auch mit Blick auf anderen Baustellen in Deutschland."

Die Zeit der elftägigen Sperrung nutzt die Bahntochter DB InfraGo für weitere Sanierungs-, Neubau- und Abrissarbeiten an beiden Bahnhöfen.

"Wir wollen den Kölner Bahnknoten langfristig robuster und stabiler machen. Ich bin froh, dass wir eine Lösung gefunden haben, einige komplexe Vorhaben mit der Inbetriebnahme des neuen Elektronischen Stellwerks zusammenzulegen", sagt Matthias Gramer von der DB InfraGo. Die Belastung für die Reisenden werde damit komprimiert. "Dennoch bedeutet auch die jetzt geplante Sperrung eine erhebliche Einschränkung für unsere Kundinnen und Kunden. Dafür bitten wir ausdrücklich um Entschuldigung", sagte der Leiter Fahrweg West laut Mitteilung.

Zentrale Drehscheibe für den Bahnverkehr

Mit 1.300 Zügen und Hunderttausenden Reisenden pro Tag ist Köln eine zentrale Drehscheibe für den Bahnverkehr im Westen Deutschlands. In den vergangenen Jahren hat die Bahn dort drei neue elektronische Stellwerke gebaut und dafür 360 Millionen Euro investiert. Sie sollen den Bahnverkehr für die Reisenden spürbar zuverlässiger und pünktlicher machen.

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