KORREKTUR/ROUNDUP

CSU zu Warkens Gesundheitsreform: Ja, aber ... 18.04.2026, 12:52 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

(Berichtigt wurde im 4. Absatz, 2. Satz, dass die Beitragsbemessungsgrenze im Jahr 2027 einmalig um rund 300 Euro «zusätzlich» angehoben wird. DIe Grenze wird jährlich angepasst.)

BERLIN (dpa-AFX) - Die CSU dringt beim Gesundheitssparpaket von Bundesministerin Nina Warken (CDU) auf mehrere Änderungen. Parteichef Markus Söder befindet die Pläne zwar grundsätzlich für gut, kritisiert aber vor allem, dass nach derzeitigem Stand weiterhin allein die Beitragszahler für die Gesundheitskosten von Bürgergeldempfängern aufkommen sollen und nicht alle Steuerzahler. Auch die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze - also eine stärkere Belastung Gutverdienender - sieht der CSU-Parlamentsgeschäftsführer im Bundestag, Reinhard Brandl, kritisch. Die Gewerkschaft Verdi kündigt gar Proteste an.

Was die CSU will

"Es ist nicht gerecht, dass normale Beitragszahler über ihre Arbeit die Krankenkosten für Bürgergeldempfänger finanzieren", sagte Söder der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). "Wir geben nicht auf, diese Ungerechtigkeit zu beenden."

Auch Warken befürwortet das eigentlich, sah dafür bislang aber haushaltstechnisch keine Chance. Denn Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) lehnte es ab, die Beiträge der Bürgergeldempfänger voll aus dem Bundesetat zu finanzieren statt aus Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese zeigte sich inzwischen aber gesprächsbereit. Wegen der Haushaltslücken sei das nicht einfach zu bezahlen. "Trotzdem werden wir das auf der Strecke mit dem Koalitionspartner uns noch mal anschauen."

Auch die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze um 300 Euro liegt der CSU schwer im Magen. Aktuell liegt diese Grenze, die jährlich angepasst wird, bei 5.812,50 Euro. Bis zu dieser Schwelle des Brutto-Monatsgehalts werden Versicherungsbeiträge fällig, vom darüber liegenden Gehalt werden keine Beiträge mehr abgezogen.

"Eines unserer zentralen Themen ist, dass wir Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht mehr belasten", sagte Brandl. "Und unter dem Aspekt werden wir uns das auch genau anschauen." Allerdings gehe es um ein Gesamtpaket. Söder befand: "Grundsätzlich stimmt die Richtung."

Wie Warken sich verteidigt

Warken verteidigte das Vorhaben. "Die vorgeschlagene Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze ist zwar eine Mehrbelastung bei höheren Einkommen, die jedoch bis 2030 konstant bleibt", sagte sie der "Rheinischen Post". Denn ohne das Sparpaket würde die Finanzlücke der Kassen Beitragsanhebungen erfordern. "Ohne Reform wäre die Belastung für Betroffene mit höherem Einkommen 2030 mehr als doppelt so hoch", erklärte sie.

Sie wies auch den Vorwurf etwa des Koalitionspartners SPD zurück, ihr Paket habe "eine gewisse Schlagseite" zulasten der Versicherten. "Das nun vorliegende Paket ist alles andere als eine einseitige Belastung, denn es betrifft alle Bereiche", sagte sie.

Wieso Verdi protestiert

Die Gewerkschaft Verdi kündigte dennoch Proteste an. "Die Verteilung der Lasten geht eindeutig zulasten der Krankenhäuser und der Versicherten, während die niedergelassenen Ärzte und die Pharmaindustrie relativ ungeschoren davonkommen", sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wenn das Paket so durchkommt, entstehen in vielen Krankenhäusern, die ohnehin schon am seidenen Faden hängen, hohe Mindereinnahmen." Das werde dann "an vielen Stellen der Todesstoß sein". Seine Gewerkschaft werde "in den kommenden Wochen Proteste gegen die von der Bundesregierung geplanten Streichungen im Gesundheitssystem organisieren".

Was Verbraucherschützer vom Zeitplan halten

Verbraucherschützer fordern mehr Zeit für die Diskussion. "In nicht einmal zwei Wochen soll der Gesetzentwurf vorgelegt werden. So richtig es ist, Tempo zu machen, so gefährlich wäre ein Schnellschuss", sagte die Vorständin des Verbraucherzentrale-Bundesverbands vzbv, Ramona Pop, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Nach dem Wunsch von Kanzler Friedrich Merz (CDU) soll die Reform noch im April das Kabinett passieren und noch vor der Sommerpause vom Bundestag verabschiedet werden.

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer