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Mehr als 700 Festnahmen nach Spritpreis-Protesten in Kenia 19.05.2026, 15:16 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Im Zusammenhang mit Protesten gegen gestiegene Spritpreise sind in Kenia mehr als 700 Menschen festgenommen worden. Das teilte die Kriminalpolizei des ostafrikanischen Landes mit, nachdem es bei Demos am Montag zu schweren Ausschreitungen sowie gewaltsamen Polizeieinsätzen gekommen war. Innenminister Kipchumba Murkomen sprach am Montag von vier Toten und mehr als 30 Verletzten. Es ist die schwerste Krise in dem Land mit rund 58 Millionen Einwohnern seit Jugendprotesten im Jahr 2024.

Auslöser war eine vergangene Woche verkündete Erhöhung der Treibstoffpreise auf umgerechnet 1,61 Euro pro Liter Diesel und 1,42 Euro pro Liter Superbenzin in der Hauptstadt Nairobi. Der Anstieg um umgerechnet je 31 und 11 Cent pro Liter gehören zu den höchsten je verzeichneten Preiserhöhungen, die Finanzminister John Mbadi als notwendige Reaktion auf die globale Wirtschaftslage in der Folge des Iran-Kriegs verteidigte.

Streik legt Land lahm - nun wird verhandelt

Transportunternehmer hatten daraufhin ab Sonntag zum Streik aufgerufen. Vor allem der Ausstand der von Pendlern genutzten Kleinbusse, als Matatus bekannt, legten Teile der Wirtschaft lahm. Viele Geschäfte und Schulen blieben geschlossen, Straßen in Nairobi und anderen Städten waren menschenleer.

Vertreter der Regierung und des Transportsektors verkündeten am Dienstag gemeinsam, den Streik für Verhandlungen eine Woche lang auszusetzen. Die Regierung werde den Anliegen Gehör zu schenken, dafür seien aber friedliche und legale Mittel nötig, sagte Innenminister Murkomen. Die Energiebehörde senkte den Dieselpreis am Montagabend wieder um umgerechnet 6 Cent.

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