Merz an Trump

Europa in Ukraine-Verhandlungen einbeziehen 03.03.2026, 22:25 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

WASHINGTON (dpa-AFX) - Bundeskanzler Friedrich Merz hat von US-Präsident Donald Trump mehr Druck auf Moskau verlangt und gefordert, Europa in die Verhandlungen über eine Friedenslösung in der Ukraine einzubeziehen. "Wir sind nicht bereit, ein Abkommen zu akzeptieren, das über unsere Köpfe hinweg verhandelt wird", sagte der CDU-Vorsitzende in Washington nach einem Treffen mit Trump im Weißen Haus.

Trump wisse: "Nur ein Frieden, den Europa mitträgt und legitimiert, kann auch wirklich von Dauer sein", sagte Merz. Der US-Präsident wisse auch, dass Europas Beiträge zur Sicherheit, zum Wiederaufbau und zur europäischen Einbettung der Ukraine "für diesen Frieden schlichtweg unverzichtbar" seien. Ohne die EU und ihre engen Partner wie Großbritannien "geht das nicht". Deutschland sei mittlerweile bei weitem der wichtigste Unterstützer der Ukraine, militärisch, finanziell, politisch, erinnerte der Kanzler. "Mein Eindruck ist, dass Präsident Trump das sehr gut weiß."

Merz: Russischer Riese auf tönernen Füßen

Die russische Volkswirtschaft sei nach vier Jahren Krieg sichtlich geschwächt, das russische Militär habe einen ungeahnten Blutzoll entrichtet, ergänzte Merz. Der russische Riese stehe auf tönernen Füßen. Deswegen wolle man zu Lösungen kommen, die die Europäer einbeziehen. Erst wenn Washington Russland wieder unter Druck setze, werde dessen Präsident Wladimir Putin auch zu Zugeständnissen bereit sein.

Der russische Angriffskrieg müsse enden, "und zwar nicht, um Russland eine Verschnaufpause zu geben und dann anschließend weiterzumachen, sondern er muss ein für alle Mal enden", verlangte der Kanzler. Darüber sei er sich mit Trump einig. Er habe den US-Präsidenten aber auch wissen lassen, dass in Europa große Zweifel bestünden, ob Putin wirklich bereit sei, einer Friedensvereinbarung zuzustimmen, die für die Ukraine und für Europa gleichermaßen annehmbar sei. "Russland spielt hier auf Zeit und spielt damit auch gegen den Willen des amerikanischen Präsidenten", sagte Merz./bk/DP/jha

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