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Merz-Beauftragter Blessing sieht Ernüchterung über Standort 15.06.2026, 12:05 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Gut ein Jahr nach Antritt der Bundesregierung sieht der Investitionsbeauftragte von Kanzler Friedrich Merz, Martin Blessing, eine Enttäuschung bei Investoren. "Es ist eine gewisse Ernüchterung eingetreten, das will ich gar nicht bestreiten", sagte der frühere Commerzbank-Chef dem "Handelsblatt."

"Mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und den höheren Verteidigungsausgaben haben wir entscheidende Weichen gestellt, aber es wirkt nicht von heute auf morgen." Die meisten Investoren verstünden aber, dass Veränderung ein langwieriger Prozess sei und kein Ereignis.

"Ausländische Geldgeber sehen Deutschland oft positiver, als wir uns selbst sehen", berichtete Blessing aus Investorengesprächen. Deutschland gelte als politisch stabil, habe als einziges G7-Industrieland das beste Kreditrating AAA und eine starke Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Unter den geplanten Reformen am Standort Deutschland sei die Rentenreform eine Art Lackmustest, sagte Blessing. "Es wäre ein wichtiges Signal, dass wir parteiübergreifend auch große strukturelle Veränderungen hinbekommen."

Neuer Investorengipfel im Herbst geplant

Blessing forderte eine stärkere Beteiligung privater Investitionen an der Infrastrukturoffensive des Bundes. "Es gelingt bisher nicht gut genug, staatliches Kapital mit privatem Kapital zu hebeln. Gerade bei Infrastrukturprojekten müssen wir öffentlich-private Partnerschaften deutlich stärker nutzen, um private Investoren und deren Kapital zu gewinnen."

Die Bundesregierung umwirbt internationale Geldgeber. Am 19. und 20. Oktober soll ein Investorengipfel in Berlin stattfinden, wie Blessing auf dem "Euro Finance Summit" in Frankfurt sagte. Erwartet würden rund 300 Teilnehmer.

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