Nato-Gipfel führt zu Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Ankara 10.06.2026, 15:13 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Vor dem Nato-Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara Anfang Juli regt sich Protest gegen zahlreiche Einschränkungen im öffentlichen Leben. Aktivisten der Studentengewerkschaft kritisieren in einem Post auf Instagram eine Entscheidung der Bilkent Universität in Ankara, wonach der Unterricht zwischen dem 6. und 12. Juli online stattfinden, Prüfungen verschoben werden und türkische Studierende die Wohnheime auf dem Campus verlassen sollen.

Zuvor hatte der Gouverneur von Ankara bereits in einem Rundschreiben erklärt, dass in diesem Zeitraum "die Durchführung von Prüfungen, Symposien, Podiumsdiskussionen, Abschlussfeiern, Festen, Konzerten, Unterhaltungsveranstaltungen, Feierlichkeiten und ähnlichen öffentlich zugänglichen Veranstaltungen ausgesetzt" werde.

40.000 Polizeibeamte im Einsatz

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, werden die Sicherheitsmaßnahmen in der türkischen Hauptstadt anlässlich des Nato-Gipfels auf das höchste Niveau angehoben. Vom 1. bis zum 15. Juli werden demnach keine Demonstrationen und Kundgebungen genehmigt. Außerdem werden die Strecke zwischen den Flughäfen Esenboga und Etimesgut, das Stadtviertel Sögütözü, in dem sich der Präsidentenpalast befindet, sowie die Umgebung der Hotels, in denen die Gipfelteilnehmer untergebracht sind, als Sperrzone ausgewiesen. 40.000 Beamte der Polizei und der Gendarmerie werden Anadolu zufolge im Einsatz sein und Unterstützung von Zivilpolizisten erhalten.

Prüfungsdaten verschoben

Die studentischen Aktivisten sehen ihr Recht auf Unterkunft und Bildung zugunsten des Gipfeltreffens missachtet. Wie eine Sprecherin der Bilkent Universität der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, seien die Prüfungen schon abgeschlossen, aber die Sommerkurse seien wegen des Nato-Gipfels verschoben worden. Die Bilkent Universität handele nicht auf eigene Initiative, sondern folge einer Anweisung des Hochschulrats YÖK, sagte die Sprecherin. Wegen des Nato-Gipfels wurden bereits die Termine zentraler Zulassungsprüfungen verschoben, die für ein Hochschulstudium oder für angehende Lehrer notwendig sind.

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