Nato setzt bei Aufklärung nicht mehr auf US-Flugzeuge 07.07.2026, 10:23 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Die Nato setzt bei der Erneuerung ihrer in Deutschland stationierten Flotte von Awacs-Aufklärungsflugzeugen nicht wie ursprünglich geplant auf US-Maschinen. Wie Generalsekretär Mark Rutte am Rande des Gipfeltreffens in Ankara ankündigte, sollen künftig Flugzeuge des kanadischen Herstellers Bombardier genutzt werden, die mit dem Aufklärungs- und Frühwarnsystem GlobalEye des schwedischen Rüstungskonzerns Saab ausgerüstet sind. Die Bestellung werde bis zu zehn Flugzeuge umfassen, sagte er.

GlobalEye ermögliche die gleichzeitige Überwachung des Luftraums, des Seeraums und des Bodens von einer einzigen Plattform aus und verschaffe den militärischen Befehlshabern ein umfassendes Lagebild, erklärte Rutte. Das System könne unter anderem Drohnenschwärme, ballistische Raketen und Marschflugkörper aufspüren, verfolgen und identifizieren. Es wird auf Flugzeuge des Typs Bombardier Global 6000 oder Global 6500 installiert.

Alliierte wollten ursprünglich US-Flugzeuge kaufen

Ursprünglich hatte die Nato eigentlich US-Maschinen vom Typ Boeing E-7A Wedgetail bestellen wollen. Dieses Vorhaben wurde allerdings vorerst aufgegeben, nachdem die US-Regierung im vergangenen Sommer ihren Ausstieg aus dem Programm angekündigt hatte.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte dann bereits im vergangenen September gesagt, dass nach der geplanten Ausmusterung der Aufklärungsflugzeuge vom Typ Awacs für Deutschland auch das GlobalEye-System von Saab in Betracht komme. Deutschland wird nach dem Rückzug der USA voraussichtlich den größten Anteil der Kosten in Höhe von mehreren Milliarden Euro übernehmen.

Dass Boeing möglicherweise später auch noch einen Auftrag bekommt, ist nach Angaben aus Nato-Kreisen denkbar. Es habe zuletzt wieder Gespräche gegeben, heißt es.

Augen der Nato am Himmel

Bislang sind rund vier Jahrzehnte alte Flugzeuge vom Typ Boeing 707 Basis für das fliegende Radarsystem der Nato im Einsatz, das auch unter dem Namen Awacs (Airborne Early Warning and Control System) bekannt ist. Die Maschinen werden derzeit vor allem zur Überwachung des Luftraums im östlichen Europa eingesetzt.

Hauptstützpunkt der Flotte ist der Nato-Flugplatz Geilenkirchen bei Aachen. Sie besteht derzeit aus 14 Maschinen und war bislang an allen großen Nato-Einsätzen beteiligt, zum Beispiel an denen zum Kampf gegen den Terrorismus und im Kosovokrieg.

Die Awacs sind mit ihrem pilzförmigen Radaraufbau in der Lage, andere Luftfahrzeuge in mehr als 400 Kilometern Entfernung zu orten und zu identifizieren. Die von ihnen gewonnenen Informationen können die Flugzeuge über Datenlinks in nahezu Echtzeit an Kräfte am Boden, auf See oder in der Luft weitergeben. Damit können sie auch als fliegende Gefechtsleitstände eingesetzt werden.

Jahrzehntelang seien die Awacs die Augen des Bündnisses im Himmel gewesen, sagte Rutte bei der Ankündigung. Mittlerweile erreichen sie aber das Ende ihrer Nutzungsdauer.

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