Von einer Mine zu drei
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Niedrigwasser bremst Güter- und Ausflugsschiffe auf der Donau aus 17.07.2026, 15:18 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Güterschiffe sind auf der Donau zurzeit mit deutlich weniger Ladung unterwegs. Wegen des Niedrigwassers müssen die Schiffe leichter sein, um nicht auf Grund zu laufen. Auch für die Personenschifffahrt ist die Lage problematisch. Die bei Touristen beliebte Weltenburger Enge nahe Kelheim beispielsweise kann seit zwei Wochen nicht befahren werden.

Die Auswirkungen auf die Güterschifffahrt sind enorm: Manche Güterschiffe mit einem regulären Fassungsvermögen von 2000 Tonnen könnten aktuell nur 300 bis 500 Tonnen laden, sagte eine Sprecherin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Donau MDK in Nürnberg. Die übrige Fracht werde in Häfen zwischengelagert.

Auf dem Main, dem Main-Donau-Kanal (MDK) und den ausgebauten Teilen der Donau werde der Wasserstand durch Staustufen reguliert, erläuterte die Sprecherin. Zum Nadelöhr für die Güterschifffahrt wird insofern der nicht ausgebaute Donauabschnitt zwischen Straubing und Vilshofen. Schiffe müssen ihren Tiefgang täglich aktuell dem jeweiligen Wasserstand anpassen.

Für Leichterungen, also das Abladen von Gütern, stünden in den Standorten Regensburg und Passau Bayernhafen-Gruppe Umschlag- und Lagerkapazitäten zur Verfügung, sagte eine Sprecherin. Neben Regensburg und Passau zählen zu der dem Freistaat gehörenden Bayernhafen-Gruppe die Binnenhäfen Aschaffenburg am Main, Bamberg, Nürnberg und Roth am Main-Donau-Kanal.

Welche Rolle der Rhein spielt

Auch wenn dort, wie an der ausgebauten Donau, eine Mindest-Fahrrinnentiefe lange gewährleistet werden könne, mache sich der aktuell niedrige Wasserstand des Rheins bemerkbar. Denn Schiffe in Richtung Rhein und Nordseehäfen könnten weniger Ladung aufnehmen als sonst beziehungsweise kämen mit weniger Ladung vom Rhein an.

Die Reedereien MSG Würzburg und Bavaria Stockstadt verwiesen auf die Bedeutung der Binnenschifffahrt für das Klima: Binnenschiffe verursachten pro transportierter Tonne weniger Emissionen als Lastwagen, entlasteten Straßen und reduzierten Luftschadstoffe, teilten sie mit. "Wir passen Beladung, Routen und Fahrpläne laufend an die eingeschränkte Schiffbarkeit an und halten Transporte von Agrarprodukten, Baustoffen, Stahl und weiteren Gütern bestmöglich aufrecht", sagte MSG-Vorsitzender Martin Staats.

Der Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen war jahrzehntelang heftig umstritten. Ursprünglich war eine Kanalisierung geplant, doch Umweltschützer kämpften vehement gegen neue Staustufen auf der rund 69 Kilometer langen Strecke. Später wurde ein naturnaher Ausbau ohne weitere Stauwerke beschlossen. Die Fahrrinne soll künftig durchgehend tiefer sein. Dafür werden sogenannte Buhnen und andere das Gewässer regulierende Bauwerke errichtet.

Ausflugsschiffe stehen still

Für die Personenschifffahrt auf der Donau bedeutet das Niedrigwasser teils Stillstand: Der Donaudurchbruch zwischen Kelheim und dem Kloster Weltenburg - ein Anziehungspunkt für Touristen und Ausflügler - kann seit 6. Juli nicht befahren werden, wie Andreas Schweiger von den Vereinigten Schifffahrtsunternehmen Kelheim sagte.

Drei Schiffe seien normalerweise auf dem Abschnitt unterwegs. Gerade in den vergangenen Jahren gebe es starke Schwankungen bei der Befahrbarkeit durch Niedrigwasser, aber auch durch Hochwasser, bemerkte Schweiger. Für den Donaudurchbruch brauche es einen Pegelstand von mindestens 2,30 Metern, um mit den Ausflugsschiffen passieren zu können. In den letzten zwei Wochen sei dieser Wert teils um knapp 50 Zentimeter unterschritten gewesen.

Die drei Betriebe Schweiger, Steibl und Stadler, die sich zu den Vereinigten Schifffahrtsunternehmen Kelheim zusammengeschlossen haben, müssten in solchen Phasen einen Teil ihrer insgesamt etwa 100 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. "Wir schauen früh, mittags und abends auf die Pegelstände. Eigentlich immerzu." Ab dem Wochenende sollen die Ausflugsfahrten wieder möglich sein, so die Erwartung von Schweiger.

Niedrige Wasserstände

Generell unterliegen die Wasserstände aufgrund verschiedener Faktoren wie Niederschlag oder Schneeschmelze natürlichen Schwankungen. Infolge des über Wochen trockenen Wetters führen viele Flüsse in Bayern momentan weniger Wasser. Der Niedrigwasser-Informationsdienst des Landesamts für Umwelt (LfU) wies insbesondere für die Donau zuletzt sehr niedrige Wasserstände aus.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigen sich nach Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Donau MDK deutliche Unterschiede: Beispielsweise lag der Mittelwasserstand am 15. Juli 2026 am Pegel Pfelling (Landkreis Straubing-Bogen) bei 222 Zentimetern. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres (zwischen 1. und 15. Juli 2025) lag der niedrigste Mittelwert bei 242 Zentimetern.

Am Pegel Passau/Donau lagen die Wasserstände im Juli 2026 zeitweise unter 400 Zentimetern. Im Zeitraum vom 1. bis 15. Juli 2025 wurde diese Marke hingegen an keinem Tag unterschritten, wie die Statistik zeigt.

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