Ölpreise steigen über 100 US-Dollar - Trumps Seeblockade-Ankündigung 13.04.2026, 15:11 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die Ölpreise sind nach der Ankündigung einer Seeblockade in der Straße von Hormus durch die USA wieder deutlich gestiegen. In der Nacht zum Montag kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni um bis zu 9 Prozent auf fast 104 Dollar. Im weiteren Tagesverlauf gab die Notierung wieder etwas nach, hielt sich aber über der Marke von 100 Dollar.

Am Nachmittag wurde Rohöl der Sorte Brent bei 101,85 Dollar gehandelt und damit etwa 7 Prozent höher als am Freitag. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich auch beim Preis für Rohöl aus den USA. Hier wurde für ein Barrel der Sorte WTI mit Lieferung im Mai 103,67 Dollar gezahlt und damit ebenfalls etwa 7 Prozent mehr als am Freitag.

Für diesen Montag hat das US-Militär auf Anordnung von Präsident Donald Trump eine Blockade von Schiffen in der Straße von Hormus angekündigt, die iranische Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen. Zugleich erläuterte das Militär, dass die Durchfahrt von Schiffen, deren Ziel oder Startpunkt kein iranischer Hafen ist, nicht beeinträchtigt werde. Die Blockade soll um 16.00 MESZ beginnen. Die Meerenge ist für die Ölstaaten am Persischen Golf wichtig, um Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen.

Nach Einschätzung des Rohstoffexperten Giovanni Staunovo von der schweizerischen Bank UBS konnte der Iran während des Kriegs immer noch fast zwei Millionen Barrel Rohöl pro Tag exportieren. Eine erfolgreiche vollständige Blockade der Schifffahrt durch die Straße von Hormus würde diese iranischen Exporte wahrscheinlich ebenfalls beeinträchtigen und den Ölmarkt weiter verknappen, sagte der Analyst.

Trump will mit der Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öl-Einnahmen abschneiden. Der Iran ist einer der größten Ölproduzenten der Welt.

Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar waren die Ölpreise nach oben geschossen. Als am vergangenen Mittwoch eine zweiwöchige Waffenruhe verkündet worden war, fiel der Preis für die Sorte Brent zeitweise auf fast 90 Dollar und damit auf das tiefste Niveau seit Mitte März.

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