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Ölpreise überspringen 100-Dollar-Marke -'FT'

G7 erwägen Freigabe von Ölreserven 09.03.2026, 10:25 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben ihren Höhenflug wegen des Kriegs im Nahen Osten fortgesetzt und die Marke von 100 US-Dollar übersprungen. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Rohöl der Nordsee-Marke Brent stieg in der Nacht auf Montag um bis zu 29 Prozent auf fast 120 Dollar. Das Niveau konnte er aber nicht ganz halten, lag allerdings im Vormittagshandel mit 107 Dollar immer noch 15 Prozent höher als am Freitag.

Damit kletterte der Preis für die Referenzsorte des Großteils der weltweit gehandelten Ölsorten auf den höchsten Stand seit dem Sommer 2022. Seit dem Start des Iran-Kriegs vor etwas mehr als einer Woche beläuft sich das Plus auf fast 50 Prozent.

Die globalen Energiemärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt. Der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus kam durch den Krieg faktisch zum Erliegen. Die Angst vor einer längeren Sperrung der Schifffahrtsstraße bleibt ein bestimmendes Thema. Am Wochenende hat Israel zudem Öllager in der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen.

Es gibt weiterhin keine Anzeichen für ein schnelles Ende des Krieges im Nahen Osten. Mit den jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der vom Iran eine bedingungslose Kapitulation gefordert hatte und der Ernennung des Hardliners Modschtaba Chamenei als neuen iranischen Führer "nehmen die Risiken für ein längeres Andauern weiter zu", heißt es in einer Analyse der Dekabank.

Trump, für den steigende Spritpreise mit Blick auf die wichtigen Zwischenwahlen im Herbst und die Lebenshaltungskosten seiner Wählerschaft zum Problem werden könnten, versuchte, den Fokus auf die langfristige Entwicklung zu lenken: "Die kurzzeitigen Ölpreise, die nach der Beseitigung der nuklearen Bedrohung durch den Iran rapide sinken werden, sind ein sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Unterdessen wollen führende Industriestaaten offenbar ihre Erdölreserven einsetzen, um den Preisanstieg am Ölmarkt zu bremsen. Wie die "Financial Times" berichtet, wollen die Finanzminister der G7-Staaten im Verlauf dieses Tages über eine mögliche Freigabe von Erdölreserven unter der Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) beraten.

Wie die Zeitung weiter berichtet, hätten bereits drei G7-Staaten, darunter die USA, dem Vorschlag ihre Unterstützung zugesagt. Die Mitgliedsstaaten der IEA, ein Interessenverband von Industriestaaten, halten strategische Reserven als Teil eines gemeinsamen Notfallsystems für Ölpreiskrisen. Aus dem Bericht der "Financial Times" geht weiter hervor, dass die USA eine gemeinsame Freigabe von 300 bis 400 Millionen Barrel für angemessen halten. Dies würde 25 bis 30 Prozent der 1,2 Milliarden Barrel umfassenden Reserve bedeuten./jkr/jsl/nas

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