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Opec+

Schäden an Energie-Infrastruktur kostspielig 05.04.2026, 17:22 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Die acht Kernstaaten des Öl-Kartells Opec+ zeigen sich tief besorgt über Angriffe auf die Energie-Infrastruktur durch den Iran. Die Wiederherstellung beschädigter Energieanlagen sei kostspielig und zeitaufwendig, was die allgemeine Versorgungssicherheit beeinträchtige, erklärten die Länder nach einem Onlinetreffen. Entscheidend für die Versorgung sei auch der Schutz internationaler Seewege, so das Bündnis mit Blick auf die weitgehende Blockade der Straße von Hormus.

Zugleich drehen die acht Länder - zu ihnen gehören vom Iran-Krieg besonders betroffene Staaten wie Saudi-Arabien, Kuwait, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate - den Ölhahn etwas auf. Die Tagesproduktion könne im Mai um 206.000 Barrel (je 159 Liter) gesteigert werden, hieß es.

Der Schritt hat wegen der weitgehenden Blockade der Meerenge von Hormus eher Signal-Charakter. Der Ölmarkt hat aktuell weniger ein Produktions- als ein Lieferproblem.

Deutschland bekommt sechs Prozent Öl aus Krisenregion

Von den seit Beginn des Iran-Kriegs weltweit deutlich gestiegenen Energiepreisen ist auch Deutschland betroffen. Dabei stammt nur ein eher überschaubarer Teil des Rohöls aus dem Nahen und Mittleren Osten. Nach jüngsten Angaben des Statistischen Bundesamts kamen im vergangenen Jahr 6,1 Prozent des nach Deutschland eingeführten Rohöls aus der Region, nämlich aus dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Israel.

Wichtigster Rohöl-Lieferant für Deutschland ist laut Bundesamt Norwegen. Mehr als 16 Prozent der gesamten Rohöl-Einfuhren nach Deutschland kamen 2025 von dort. Knapp dahinter folgten die USA und Libyen.

Experte zu Öl-Lieferungen: "Asien saugt wie ein Staubsauger"

Derzeit würden ganz viele der verfügbaren Öl-Lieferungen nach Asien und Südostasien, namentlich China, Japan und Südkorea, gehen, sagt der Commerzbank-Analyst, Carsten Fritsch. "Asien saugt wie ein Staubsauger momentan alles ab."

US-Präsident Donald Trump hat zuletzt die von den aktuellen Öl-Engpässen betroffenen Länder aufgefordert, Öl aus den Vereinigten Staaten zu beziehen. Ob sich dies auf Weltmarktpreise auswirken würde, ist fraglich. Denn die werden vom globalen Angebot bestimmt, das wegen des Kriegs eingeschränkt wurde.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur vom März haben Staaten in der Golfregion ihre Tagesproduktion um mindestens 10 Millionen Barrel (je 159 Liter) reduziert, was fast 10 Prozent des globalen Ölbedarfs entspricht. Der Grund: Diese Länder haben keine ausreichenden Lagermöglichkeiten für das Öl, das derzeit nicht durch die Straße von Hormus kann.

Deutlicher Rückgang bei Ölnachfrage seit 2005

Wie geht es weiter? Die Commerzbank geht in ihrer jüngsten Analyse von einem Preis von 90 Dollar je Barrel (jeweils 159 Liter) Ende Juni aus - sofern der Iran-Krieg Ende Mai endet. Zum Jahresende könnte der Preis dann auf 80 Dollar pro Barrel sinken, sagt Fritsch. Das wäre immer noch deutlich über den 60 bis 70 Dollar pro Barrel vor dem Krieg.

Generell ist die deutsche Nachfrage nach Rohöl in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Im Jahr 2025 wurden 75,7 Millionen Tonnen Rohöl nach Deutschland importiert. Das waren mehr als 10 Prozent weniger als noch im Jahr 2020. Im Vergleich zu 2005 betrug der Import-Rückgang laut Bundesamt sogar fast 34 Prozent.

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