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Original-Research: HAEMATO AG - von GBC AG

Einstufung von GBC AG zu HAEMATO AG

Unternehmen: HAEMATO AG

ISIN: DE000A289VV1

Anlass der Studie: Research Comment

Empfehlung: Kaufen

Kursziel: 31,70 Euro

Kursziel auf Sicht von: 31.12.2023

Letzte Ratingänderung:

Analyst: Cosmin Filker, Marcel Goldmann

Vorläufige Zahlen 2023: Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Rahmen der

Erwartungen; Guidance vor dem Hintergrund erhöhter Zwangsrabatte erstellt;

Kursziel: 31,70 EUR; Rating: KAUFEN

 

Gemäß vorläufigen Zahlen hat die HAEMATO AG im abgelaufenen Geschäftsjahr

2022 einen Umsatzrückgang um 12,9 % auf 248,2 Mio. EUR (VJ: 285,0 Mio. EUR)

hinnehmen müssen. Diese Entwicklung ist insofern nicht überraschend, da der

Rekordwert des Geschäftsjahres 2021 maßgeblich vom Vertrieb eines

Covid-19-Laientests profitiert hatte. Aufgrund eines Überangebotes am Markt

hatte das HAEMATO-Management allerdings Mitte 2021 die Vertriebsaktivitäten

aufgegeben, wodurch für 2022 eine Umsatzlücke entstanden ist. Alleine im

ersten Halbjahr 2021 wurden mit den Antigen-Schnelltests Umsatzerlöse in

Höhe von rund 25 Mio. EUR erwirtschaftet. Insofern war von einer rückläufigen

Umsatzentwicklung auszugehen. In unseren Prognosen hatten wir Umsatzerlöse

in Höhe von 243,9 Mio. EUR prognostiziert, welche sogar leicht übertroffen

wurden.

 

Auch die Ergebnisentwicklung liegt im Rahmen der Erwartungen. Das

vorläufige EBIT in Höhe von 8,3 Mio. EUR (VJ: 11,2 Mio. EUR) lag dabei

innerhalb der Unternehmens-Guidance, die ein EBIT in einer Bandbreite von 8

bis 10 Mio. EUR in Aussicht gestellt hatte. Wir hatten auf dieser Basis ein

EBIT in Höhe von 8,9 Mio. EUR erwartet. Auch beim EBIT gilt, dass die

gegenüber dem Vorjahr rückläufige Entwicklung vornehmlich dem Wegfall der

Corona-Laientests geschuldet ist. Dass dennoch die Konzentration auf

margenstärkere Produkte im Specialty Pharma-Segment sowie die Hereinnahme

des margenstarken Segments "Lifestyle & Aesthetics" zu einer sichtbaren

Rentabilitätsverbesserung führen, zeigt der Margenvergleich zum

Geschäftsjahr 2020, in dem eine EBIT-Marge von lediglich 0,7 % erreicht

wurde. In 2022 lag die EBIT-Marge bei 3,3 %.

 

Mit Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen hat das HAEMATO-Management eine

Guidance für das laufende Geschäftsjahr 2023 ausgegeben. Demnach wird für

2023 mit einem Konzernumsatz in Höhe von 220 Mio. EUR bis 250 Mio. EUR und mit

einem EBIT von 8 Mio. EUR bis 6 Mio. EUR gerechnet. Ein besonderer Aspekt

dieser Prognose ist die im Rahmen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes für

2023 erfolgte Erhöhung der Herstellerzwangsrabatte von 7,0 % auf 12,0 %.

Für den "Specialty Pharma"-Bereich der HAEMATO AG bedeutet dies, neben

Umsatzbelastungen, eine Erhöhung der Aufwendungen in der Warenbeschaffung

und für Transportleistungen, was mit einer Reduktion des zuletzt

gesteigerten Rohertrages einhergehen sollte. Ein Teil dieses Effektes

könnte aber von der initiierten Konzentration auf margenstarke Produkte

sowie vom laufenden Kosteneffizienzprogramm aufgefangen werden.

 

Während demnach im Specialty Pharma-Segment mit rückläufigen Umsätzen und

niedrigeren Ergebnis-Margen zu rechnen ist, sollte das um Corona-Tests

bereinigte Wachstum im Bereich "Lifestyle & Aesthetics" fortgesetzt werden.

Hier sollen die Umsätze mit ästhetischen Arzneimitteln, Medizinprodukten

und Kosmetika weiter ausgebaut werden. Perspektivisch sollte in diesem

Segment zudem der Vertrieb von Botulinumtoxin (Botox)-Produkten zu einem

wichtigen Wachstumstreiber avancieren. Diesbezüglich wurde mit der

südkoreanischen Huons BioPharma ein exklusiver Liefer- und Lizenzvertrag

zur Lieferung von Botox-Produkten abgeschlossen. Ende Januar 2023 wurde der

Antrag zur Durchführung einer klinischen Studie bei den Behörden

eingereicht. Bei einem normalen Studienverlauf rechnet die Gesellschaft mit

der Zulassung im Jahr 2025.

 

Wir haben unsere Schätzungen für 2023 an die aktuelle Guidance angepasst

und sowohl beim Umsatz als auch beim EBIT eine Prognosereduktion

vorgenommen. Wir rechnen mit Umsätzen in Höhe von 242,10 Mio. EUR (Prognose

bisher: 269,23 Mio. EUR) und einem EBIT in Höhe von 7,45 Mio. EUR (Prognose

bisher: 10,57 Mio. EUR). Da wir in unserem Modell keine Zuschreibungen auf

Wertpapiere prognostizieren, sollte das Nachsteuerergebnis mit 5,40 Mio. EUR

deutlich unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2022 liegen. Für das kommende

Geschäftsjahr 2024 rechnen wir mit einem Umsatzwachstum in Höhe von 10,9 %

auf 268,54 Mio. EUR und erwarten eine Verbesserung der EBIT-Marge auf 4,5 %.

Dies vor dem Hintergrund einer überproportionalen Entwicklung des

margenstarken Segments "Lifestyle & Aesthetics" sowie der erwarteten

Reduktion des Herstellerzwangsrabatts auf 7,0 %.

 

Im Rahmen unseres aktualisierten DCF-Bewertungsmodells haben wir ein

Kursziel in Höhe von 31,70 EUR (bisher: 37,55 EUR) ermittelt. Zur Reduktion

haben sowohl die vorgenommenen Prognoseanpassungen als auch die Anhebung

des risikolosen Zinssatzes beigetragen. Wir vergeben weiterhin das Rating

KAUFEN.

 

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:

http://www.more-ir.de/d/26817.pdf

Kontakt für Rückfragen

GBC AG

Halderstraße 27

86150 Augsburg

0821 / 241133 0

research@gbc-ag.de

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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5a,6a,7,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter:

http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung.htm

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Datum (Zeitpunkt) Fertigstellung: 17.04.23 (12:56 Uhr)

Datum (Zeitpunkt) erste Weitergabe: 17.04.23 (14:30 Uhr)

-übermittelt durch die EQS Group AG.-

Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.

Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung

oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.

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