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Ostdeutsche Grüne fordern Perspektivwechsel 30.08.2026, 10:26 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Grüne aus dem Osten werben für mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung für Leistungen Ostdeutscher. "Ostdeutschland ist Vorreiter für den Umgang mit regionalen Umbrüchen, Protagonist mutiger Neuanfänge", schreibt die Ost-AG der Grünen-Bundestagsfraktion in einem Papier mit dem Titel "Ostdeutschland als Spiegel der Zukunft". Es liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.

Kritik an einseitiger Debatte

Diese Perspektive finde in der öffentlichen Debatte aber zu wenig Platz, heißt es. "Die Ostdeutschen werden zu gern pauschal als missmutige Personen dargestellt, die die Vergangenheit in der DDR verherrlichen, undankbar sind für all die westlichen Wohltaten nach der Vereinigung und nun auch noch das Falsche wählen." Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und mutiger Pragmatismus seien vielmehr Fähigkeiten, die in Krisenzeiten wertvoll seien. Es gelte, vom Erfahrungsschatz und den Fehlern der Menschen in Ostdeutschland zu profitieren.

Konkret fordern die Autoren des Papiers, Ostdeutschland als Standort für klimaneutrale Technologien und deren Erforschung auszubauen. Zudem brauche es eine bessere Förderung der Infrastruktur etwa im Gesundheits- und Schulwesen, um die Lebensqualität in den Regionen zu erhalten. "Ausländische Fachkräfte müssen gezielt angeworben werden", verlangt die Ost-AG.

Ruf nach Begabtenförderungswerk Ost

Auch die Förderung junger Menschen aus den ostdeutschen Bundesländern müsse verstärkt werden, schreiben die Abgeordneten. So brauche es ein Begabtenförderungswerk Ost und mehr Förderung, damit weniger junge Menschen die Schule abbrechen.

Für Einrichtungen des Bundes befürworten die Politiker eine Quote: "In Bundeseinrichtungen sollte eine anteilige Regelung zur bevorzugten Einstellung von "Landeskindern" in Führungspositionen angestrebt werden." Forschungseinrichtungen wollen sie unter Verweis auf andere Kriterien wie wissenschaftliche Exzellenz davon ausnehmen.

Zur Ost-AG der Grünen-Fraktion gehören Katrin Göring-Eckardt, Steffi Lemke, Andrea Lübcke, Claudia Müller, Julia Schneider, Paula Piechotta, Michael Kellner und Kassem Taher Saleh.

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