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BIO Deutschland e.V. / Biotech-Finanzierung: schwacher Start, starkes Finish 08.01.2026, 10:06 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Biotech-Finanzierung: schwacher Start, starkes Finish

Berlin (ots) - Die Eigenkapital-Finanzierung der deutschen

Biotechnologie-Branche im Jahr 2025 ist mit 1,787 Mrd. Euro deutlich besser

ausgefallen, als es sich nach den Zahlen des ersten Halbjahrs (H1: 337 Mio.

Euro) abzeichnete. Dennoch liegt die Gesamtsumme rund 7 Prozent unter dem

Vorjahr (2024: 1,917 Mrd. Euro). Mit 593 Mio. Euro wurde 34 Prozent weniger

Venture-Kapital durch private Unternehmen eingeworben als 2024 (898 Mio. Euro).

Börsennotierte Unternehmen sammelten 1,194 Mrd. Euro ein, ein Plus von 20

Prozent im Vergleich zu 2024 (999 Mio. Euro). Kein Unternehmen hat den Sprung an

die Börse gewagt. Rund 55 Prozent der Gesamtsumme entfallen auf die Tubulis GmbH

(344 Mio. Euro) und die QIAGEN N.V. (642 Mio. Euro). Dies geht aus einer

Erhebung des Biotechnologie-Branchenverbands BIO Deutschland e. V. in

Kooperation mit EY hervor.

Roland Sackers, Vorstandsvorsitzender des BIO Deutschland, kommentiert: "Trotz

eines schwierigen Finanzierungsumfelds und herausfordernder geopolitischer

Rahmenbedingungen ist es unserer Branche wieder gelungen, mehr als 1,7 Mrd. Euro

einzuwerben. Das ist ein positives Signal. Auch deshalb, weil wir 2025 relativ

viele Seed-Runden gesehen haben. Schwächer ist hingegen leider die

Wachstumsfinanzierung ausgefallen. Außer der Rekord-Serie C von Tubulis über 344

Mio. Euro gab es nur wenige, lediglich zweistellige Finanzierungsrunden. Umso

wichtiger ist es jetzt, die Pläne der EU und der Bundesregierung für große

Wachstumsfonds zügig umzusetzen. Biotechnologie ist eine Schlüsseltechnologie,

wir sind eine Schlüsselbranche für Innovation, hochqualifizierte Arbeitsplätze

und den Wohlstand Europas."

Viola Bronsema, Geschäftsführerin des BIO Deutschland, ergänzt: "Das ist eine

erfreulich positive Entwicklung. Dennoch müssen die Rahmenbedingungen für die

Finanzierung von Innovation dringend verbessert werden, wenn wir in Deutschland

und der EU technologische Souveränität in der Biotechnologie erreichen möchten.

In Großbritannien und der Schweiz konnten Biotechnologie-Unternehmen schon in

den ersten drei Quartalen deutlich mehr Venture-Kapital auf sich vereinen als in

Deutschland im gesamten Jahr. US-amerikanische Biotech-Unternehmen warben in den

ersten neun Monaten über 14 Mrd. Euro Venture-Kapital ein. Neben privatem

Kapital ist Geschwindigkeit die weitere kritische Größe. Die Hightech Agenda

Deutschland, der Scale-up Fonds der EU und viele andere skizzierte und geplante

Maßnahmen insbesondere zum Bürokratieabbau müssen jetzt zügig umgesetzt werden,

damit unsere Branche im internationalen Wettbewerb weiterhin bestehen kann."

Klaus Ort, Partner bei EY und Leiter des Marktsegments Life Sciences &

Gesundheitswesen, sagt: "Biotechnologie in Deutschland ist kein Nischenthema -

sie ist ein ungenutzter Wachstumsmotor. Wer heute nicht investiert, wird morgen

unsere eigene Wissenschaft möglicherweise teuer aus dem Ausland zurückkaufen. So

mussten in der Vergangenheit bereits vielversprechende Firmen und Technologien

aufgrund einer fehlenden Finanzierung an US-Investoren oder US-Unternehmen

veräußert werden. Biotech sollte als einer der zukünftigen Wachstumstreiber für

das Bruttosozialprodukt erachtet werden. Gemessen daran, wird hierzulande im

Vergleich zu den USA, UK und Schweiz lediglich ein Viertel bis knapp die Hälfte

an Risikokapital in Biotech-Firmen investiert. Gleichzeitig liegt Deutschland an

der Spitze hinsichtlich der Besteuerung des Gewinns von Kapitalgesellschaften.

Die Verbesserung von steuerrechtlichen Bedingungen im Kapitalsektor wäre damit

zusätzlich eine Conditio sine qua non ."

469 Wörter/3555 Zeichen inkl. Leerzeichen

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Der Textdieser Pressemitteilung steht auch hier zur Verfügung:

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Über BIO Deutschland:

Der BIO Deutschland e. V. ist eine unabhängige Biotechnologie-Organisation. Der

Unternehmensverband vertritt die Interessen seiner Mitglieder auf nationaler,

europäischer und globaler Ebene. Die Biotechnologie überführt Biologie in die

industrielle Anwendung. Sie hat beispielsweise in der Medizin bereits weithin

sichtbaren Nutzen gezeigt. Innovative biobasierte Wirtschaftssysteme können

Deutschland und Europa Souveränität und Wohlstand auf lange Sicht ermöglichen.

Das Netzwerk im Verband ist interdisziplinär und einmalig. Die Mitglieder

forschen, entwickeln, produzieren und vermarkten global. BIO Deutschland ist

eine starke Gemeinschaft. Sie setzt auf Vielfalt, Offenheit und

Chancengleichheit und bekennt sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung.

Roland Sackers ist Vorstandsvorsitzender des BIO Deutschland.

Weitere Informationen unter: http://www.biodeutschland.org

Fördermitglieder des BIO Deutschland und Branchenpartner sind:

AGC Biologics, AVIA, Baker Tilly, Bayer, BioSpring, Boehringer Ingelheim,

BüchnerBarella, Citeline, CMS Hasche Sigle, Deutsche Bank, EY, Evotec, IDT

Biologika, ITM Isotope Technologies Munich, KPMG, Miltenyi Biotec, Novartis,

PricewaterhouseCoopers, QIAGEN, Rentschler Biopharma, Roche Diagnostics, Sanofi

Aventis Deutschland, Thermo Fisher Scientific, Vertex Pharmaceuticals, ZETA.

Pressekontakt:

BIO Deutschland e. V.

Dr. Claudia Englbrecht

Schützenstraße 6a

10117 Berlin

Tel: +49-30-2332 164 32 / Mobil: +49 151 14067326

E-Mail: mailto:englbrecht@biodeutschland.org

Web: http://www.biodeutschland.org

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/74178/6192256

OTS: BIO Deutschland e.V.

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