Japan vor Unterhauswahl: Absolute Mehrheit für wirtschaftspolitischen
Kurswechsel?
Berlin, Tokyo (GTAI) (ots) - Am Sonntag, den 8. Februar 2026 stehen in Japan
Wahlen zum Unterhaus des Parlaments an. Laut Umfragen dürfte die seit 1955 fast
ununterbrochen regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) als Sieger vom Platz
gehen. Zwar hält sich deren Beliebtheit aufgrund von Finanzskandalen, Inflation
und seit Jahren stagnierenden Reallöhnen in Grenzen. Dennoch hofft die seit
Oktober 2025 amtierende Premierministerin Takaichi, dass die Popularität ihrer
Regierung hilft, Sitze im Unterhaus dazuzugewinnen. Dies will sie als Mandat
nutzen, um ihre Politik stärker durchzusetzen. Prognosen zufolge dürfte die seit
Oktober 2025 in einer Koalition mit der Japan Innovation Party regierende LDP
bei der Wahl eine absolute Mehrheit der Sitze im Unterhaus erzielen. Zurzeit
erreicht sie das - nach einem schwachen Wahlergebnis im Jahr 2024 - nur ganz
knapp zusammen mit ihrem Koalitionspartner.
"Takaichi steht politisch dem langjährigen japanischen Ministerpräsidenten Abe
nahe. In ihrer Politik setzt sie stärker als ihre Vorgänger auf Verteidigung,
wirtschaftliche Sicherheit und staatliche Investitionen zur Stärkung von Japans
Wirtschaft in Bereichen wie Halbleiter und künstliche Intelligenz.", sagt Frank
Robaschik von Germany Trade & Invest (GTAI) in Tokyo.
"Mit einer Mehrheit im Unterhaus kann die Regierung klare Schwerpunkte im
Staatshaushalt setzen, also etwa Subventionen an Industriezweige verteilen, die
sie fördern will", so der Japan-Experte. Für Gesetzesvorhaben könnte sie
aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Oberhaus des japanischen Parlaments weiter
auf eine Zusammenarbeit mit der Opposition angewiesen sein. Es sei denn, die
Koalition bekommt eine Zweidrittelmehrheit im Unterhaus des Parlaments. Dann
könnte das Unterhaus die Opposition im Oberhaus überstimmen.
"Für Deutschland ist Japan der drittgrößte Handelspartner außerhalb Europas und
ein wichtiger Wertepartner. Zudem ist die viertgrößte Volkswirtshaft der Welt
einer der größten Investoren weltweit. In Deutschland ist Japan der größte
asiatische Investor. Zum Geschäft in Japan noch Kooperationen auf Drittmärkten",
erklärt Frank Robaschik.
"Weitere von der japanischen Regierung geförderte Investitionen in Japan etwa im
Halbleiterbereich dürften zu mehr Nachfrage nach Vorprodukten aus Deutschland
führen. Zudem glänzt Japans Wirtschaft zurzeit mit Stabilität in unruhigen
Zeiten", so Robaschik weiter.
Weitere Informationen finden Sie in den GTAI-Beiträgen zur Wirtschaft in Japan
(https://www.gtai.de/de/trade/japan-wirtschaft) .
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