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Verband der Chemischen Industrie (VCI) / Quartalsbericht 4/2025 zur Lage ... 13.03.2026, 08:37 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Quartalsbericht 4/2025 zur Lage der chemisch-pharmazeutischen

Industrie / Chemie weiter in Schieflage

Frankfurt/Main (ots) -

- Produktion: Pharma wächst, Chemie drosselt weiter

- Erzeugerpreise stagnieren, Kostenbelastung weiterhin sehr hoch

- Umsatzrückgang der Branche - sowohl im In- als auch im Ausland

- Ausblick: Irankrieg lässt keine Prognose zu

Auch im letzten Quartal 2025 bleibt die Lage der deutschen Chemie- und

Pharmaindustrie angespannt. Trotz einer leichten Erholung bei einigen

Industriekunden am Jahresende - ausgelöst durch vereinzelte Großaufträge -

setzte sich in der Chemie die Talfahrt fort: Produktion, Preise und Umsatz waren

erneut rückläufig. Die Kapazitätsauslastung blieb erneut unter der

Rentabilitätsschwelle. Die Bilanz der Pharmaindustrie war hingegen positiv: Sie

stabilisierte mit ihren Zuwächsen das Gesamtbild. Doch auch im Pharmabereich

nehmen die Sorgen zu. Fest steht: Die Branche leidet insgesamt unter einer

schwachen Industriekonjunktur, hohem Importdruck und einem intensiven

Preiswettbewerb. Zudem sorgt der Irankrieg für weitere Risiken durch die

Blockade der Straße von Hormus. Diese gehen über die Öl- und Gasversorgung

hinaus. Es besteht die Sorge ernster, zunehmender Versorgungsengpässe bei

Rohstoffen - zum Beispiel bei Ammoniak und Phosphat, Helium und Schwefel.

Zusätzlich gibt es erste Hinweise auf Störungen bei internationalen

Lieferketten.

Trendwende nicht absehbar

Eine rasche Besserung der wirtschaftlichen Lage in der deutschen Chemie ist

nicht in Sicht. Die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung sind noch nicht an

den Werkstoren angekommen und gleichen strukturelle Standortnachteile nicht aus.

VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup kommentiert: "Die Jahresbilanz

der Chemie ist unterirdisch - Produktion, Umsatz und Preise sind im roten

Bereich. Pharma ist mit einem soliden Plus ein Lichtblick. Nach dem

Regierungswechsel hatten wir uns deutlich mehr erhofft. Der Frust in den

Unternehmen über die wirtschaftspolitische Kurskorrektur mit angezogener

Handbremse ist groß. 2026 wird nicht leichter. Schon vor dem Irankrieg gab es

keine Aufbruchstimmung. Je länger der Krieg dauert, desto heftiger sind die

Folgen. Die hohen Preise und die anhaltende Unsicherheit bringen viele Betriebe

an ihre Grenzen. Strategische Planung ist immer weniger möglich. Stattdessen

fahren die Unternehmen auf Sicht. Die Weltordnung wird neu vermessen. Europa

ringt um Orientierung. Deutschland reformiert im Schneckentempo. Ohne echten

Reformwillen und mächtig Tempo in Berlin und Brüssel droht ein Strukturbruch für

die industrielle Basis."

Die Zahlen im Überblick:

- Prognose: Der Irankrieg sorgt für große Unsicherheit. Deshalb lässt sich die

Entwicklung der Chemie- und Pharmaindustrie im Jahr 2026 aktuell nicht

verlässlich prognostizieren.

- Die Produktion legte im letzten Quartal 2025 dank kräftiger Zuwächse in der

Pharmaindustrie um 0,9 Prozent zu. Damit lag sie 1,9 Prozent über dem

Vorjahresniveau. In der Chemie wurde die Produktion dagegen erneut deutlich

gedrosselt (-2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau). Sie liegt damit

weiter auf einem sehr tiefen Niveau. Die Kapazitätsauslastung der

Chemieanlagen lag 2025 im Schnitt bei 72,5 Prozent. Im Gesamtjahr ging die

Produktion der Branche um 0,5 Prozent zurück (Chemie -3,3 Prozent, Pharma +4,5

Prozent).

- Kosten und Preise: Im vierten Quartal 2025 gab es bei den Erzeugerpreisen der

Branche kaum Bewegung. Im Zwölfmonatsvergleich lagen sie um 0,6 Prozent

niedriger. Die Preise für Chemikalien gaben weiter nach - vor allem wegen des

steigenden Importdrucks. Gleichzeitig blieb die Kostenbelastung im Vergleich

zu Wettbewerbern hoch.

- Der Gesamtumsatz der Branche ging im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum

Vorquartal um 0,6 Prozent zurück. Mit 51,8 Milliarden Euro lag er 2,8 Prozent

unter dem Niveau von vor zwölf Monaten. Im Inland sanken die Erlöse

saisonbereinigt auf 18,9 Milliarden Euro (-2,3 Prozent). Das Auslandsgeschäft

erholte sich gegenüber dem Vorquartal leicht auf 32,9 Milliarden Euro. Damit

lag es aber weiterhin 2,7 Prozent unter dem Vorjahreswert - ein Hinweis auf

die schwache preisliche Wettbewerbsposition. Im Gesamtjahr erzielten Chemie

und Pharma zusammen einen Umsatz von 220 Milliarden Euro - das ist ein Minus

von 1,4 Prozent (Chemie -3,8 Prozent, Pharma +5,5 Prozent). Im Inland wurde

ein Gesamtumsatz von 83 Milliarden Euro, im Ausland von 136 Milliarden Euro

erzielt.

HINWEIS: Quartalsbericht und weitere Unterlagen auf http://www.vci.de

Der VCI ist Europas größter Verband für Chemie und Pharma. Mit seinen 22 Fach-

und 7 Landesverbänden repräsentiert er die Interessen von rund 2.000 Unternehmen

- vom Global Player bis zum hoch spezialisierten Mittelständler. Mit 240

Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2024 und mehr als 560.000 Beschäftigten in

Deutschland zählt die Branche zu den stärksten Treibern für Innovation,

Wohlstand und Zukunft. Für eine starke chemisch-pharmazeutische Industrie von

heute und morgen ist der VCI in Deutschland, in Europa und weltweit aktiv.

Pressekontakt:

VCI-Pressestelle:

Telefon: 069 2556-1496

E-Mail: mailto:presse@vci.de

Der VCI auf LinkedIn

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/12523/6234789

OTS: Verband der Chemischen Industrie (VCI)

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