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Preisverfall bei Milch trifft Schwälbchen Molkerei hart 23.01.2026, 06:38 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

BAD SCHWALBACH (dpa-AFX) - Ein Preisverfall für Rohmilch hat 2025 bei der hessischen Molkerei Schwälbchen zu erheblichen Ergebniseinbußen geführt. Zudem habe die Konsumflaute angedauert, sagte der Vorstandschef Günter Berz-List der dpa in Bad Schwalbach im Taunus. Für das zurückliegende Jahr erwarte er für die Molkereisparte beim Ergebnis nach Steuern "eine rote oder schwarze Null".

Der Umsatz summierte sich nach vorläufigen Zahlen 2025 auf rund 110 Millionen Euro. 2024 hatte der Jahresüberschuss für die Schwälbchen Molkerei AG noch bei rund 2,8 Millionen Euro gelegen, der Umsatz bei 102 Millionen Euro.

"Geld für Urlaub ist da, für Lebensmittel nicht. Gekocht wird mit preisgünstigen Discountprodukten", sagte Berz-List. Bei den Mengenträgern wie Milch, Sahne, Quark und Joghurt sei dies für die regional starke Marke Schwälbchen spürbar.

Der phasenweise kalte und nasse Sommer 2025 habe sich ebenfalls schlecht auf das Geschäft ausgewirkt, etwa beim Absatz von To-Go-Getränken wie Ayran, Kaffee-Milch-Mix oder Dickmilch. "Und wenn im Sommer wetterbedingt seltener gegrillt wird, spüren wir das beim Quarkabsatz, weil die Menschen weniger Dips zubereiten."

Es gab 2025 "zu viel Milch zur falschen Zeit"

Die Milchverarbeitung bei Schwälbchen kletterte im zurückliegenden Jahr im Vergleich zu 2024 um rund fünf Prozent auf 108 Millionen Kilo. Allerdings gab es nach den Worten von Berz-List "zu viel Milch zur falschen Zeit". Grund dafür seien Auswirkungen nach dem Ausbruch der Blauzungenkrankheit. Die Seuche beeinflusse, wann die Mutterkühe ihre Kälbchen bekommen und somit die Milchproduktion.

2025 seien die Kälber tendenziell später geboren worden - dadurch sei ungewöhnlich spät im Jahr viel Milch auf den Markt gewesen, sagte der Molkereichef. Da nach dem Ende des Hochsommers die Nachfrage schrumpfe, habe auch Schwälbchen viel überschüssige Rohmilch auf dem sogenannten Spotmarkt verkaufen müssen. Auf dem Handelsplatz sei der Preis jedoch auf bis zu 6 Cent pro Liter in den Keller gerauscht.

Ein wirtschaftliches Desaster für die Molkerei, die ihren Milchbauern die Milch komplett abnehme. Der fest vereinbarte Preis habe ein Vielfaches über dem Spotmarktpreis des vierten Quartals 2025 gelegen. "Das hat keiner kommen sehen", sagte Berz-List.

Stabileres Geschäft in der Lieferdienst-Sparte

Beim Frischdienst erwartet er ein Ergebnis nach Steuern von "knapp unter vier Millionen Euro" (2024: 4,2 Mio. Euro). Der Lieferdienst für Großkunden profitiere davon, dass Homeoffice teils zurückgehe und sich Kantinen mit veränderten Angeboten als "Begegnungsstätten" neu aufstellten. Der Umsatz schrumpfte 2025 preisbedingt um rund 6 Prozent auf etwa 110 Millionen Euro (2024: 117 Millionen Euro).

Die Mitarbeiterzahl betrug konzernweit im zurückliegenden Jahr im Durchschnitt 384 (2024: 374). Der konsolidierte Konzernumsatz lag 2025 den Angaben zufolge bei 210 Millionen Euro, das Konzernergebnis beträgt nach vorläufiger Einschätzung 2,5 Millionen Euro./löb/DP/zb

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