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'Südkurier' zu europäischer Asyl-Reform 12.06.2026, 05:35 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

"Südkurier" zu europäischer Asyl-Reform:

"Es wäre falsch zu sagen, die Festung Europa schließe nun ihre Tore. Aber es stimmt, dass mit der Asylreform an den EU-Außengrenzen ein härteres Regime gilt. Im besten Fall bringt das neue System mehr Ordnung und eine gerechtere Verteilung in die europäische Flüchtlingspolitik. Dass biometrische Daten künftig zentral gespeichert, Verfahren gestrafft und Zuständigkeiten präzisiert werden, ist richtig. Deutschland hat sich für dieses Jahr schon mal mit einem faulen Trick aus dem neuen Verteilmechanismus herausgewunden, indem es sich als Land "unter Migrationsdruck" hat einstufen lassen. Und da zeigen sich die Schattenseiten dieser Reform: Denn durch diese verweigerte Solidarität mit den Ankunftsländern an den EU-Außengrenzen führt Berlin jene Praxis des Wegduckens fort, die zum Scheitern des alten Systems geführt hat. Auch gilt es jetzt, genau hinzusehen, was in den Lagern an den Außengrenzen geschieht. Will die EU als humanitäre Rechtsgemeinschaft bestehen, darf sie dort nicht versagen."

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