Drohnenangriffe schockieren die Welt:
Dieser Tech-Player will die Verteidigung neu definieren
Anzeige
ROUNDUP

123.000 Sicherheitsbeauftragte sollen wegfallen 16.10.2025, 15:04 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) will Betriebe von Bürokratie beim Arbeitsschutz entlasten und mehr als 123.000 spezielle Beauftragte in Unternehmen abschaffen. Das Schutzniveau werde dabei erhalten, versichert ein neues Konzept ihres Hauses. Beim DGB und der Deutschen Unfallversicherung gibt es daran große Zweifel. Aktuell sind laut Unfallversicherung rund 670.000 Sicherheitsbeauftragte ergänzend zu ihrer beruflichen Tätigkeit in deutschen Betrieben tätig.

Das Ministeriumspapier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, listet rund ein Dutzend Vorhaben auf. Bereits die ersten zwei von drei geplanten Paketen für einen effizienteren Arbeitsschutz sollen laut Arbeitsministerium eine Entlastung für die Wirtschaft in Höhe von knapp 200 Millionen Euro pro Jahr bringen.

Abgeschafft werden sollen zahlreiche Beauftragte in den Unternehmen. So solle die Verpflichtung für Firmen mit weniger als 50 Beschäftigten entfallen, eine oder einen Sicherheitsbeauftragten zu bestellen. Größere Unternehmen bis 250 Beschäftigte sollen sich auf einen beschränken können. "Rund 123.000 Sicherheitsbeauftragte werden abgeschafft", heißt es in dem Papier. Geplante Einsparung für die Wirtschaft: rund 135 Millionen Euro.

Sicherheitsbeauftragte unterstützen Arbeitgeber bei der Umsetzung von Schritten zur Arbeitssicherheit. Diese Mitarbeiter sollen etwa Gefahren erkennen, Sicherheit fördern und bei der Einhaltung von Vorschriften helfen.

Druckluftbeauftragte fallen weg

Abgeschafft werden sollen unter anderem auch sogenannte Druckluftbeauftragte - und zwar "im Zuge der Außerkraftsetzung der Druckluftverordnung". Das Regelwerk gilt für Arbeiten in Druckluft und soll nun, wo nötig, in bestehende Arbeitsschutzverordnungen überführt werden. Geschützt werden sollen hier Beschäftigte etwa im Tiefbau in einer Umgebung mit Überdruck, erzeugt durch Schleusen. Laut Verordnung haben Arbeitgeber heute für diese riskanten Arbeiten diverse Fachkundige zu bestellen, deren Aufgaben detailliert aufgelistet sind.

DGB warnt vor weniger Arbeitsschutz

Bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) stoßen die Pläne auf heftige Vorbehalte. DGUV-Stephan Fasshauer forderte sorgfältiges Abwägen. Einsparungen dürfen nicht zulasten wachsender Unfallrisiken gehen - und damit höherer Kosten. "Sicherheitsbeauftragte entlasten die Unternehmen schließlich auch bei ihren gesetzlichen Arbeitsschutzpflichten." Er verwies auf eine Umfrage im DGUV-Auftrag: 78 Prozent der Beschäftigten sehen sich demnach von ihren Unternehmen gut unterstützt bei sicherem, gesundem Arbeiten.

DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sagte: "Das Ministerium muss sich fragen lassen, wie wichtig ihm die Gesundheit der Beschäftigten wirklich ist." Mit den von den Berufsgenossenschaften ausgebildeten Sicherheitsbeauftragten hätten vor allem kleinere Betriebe niedrigschwelligen Zugang zu Fachwissen im Arbeitsschutz. "Wenn es diese Sicherheitsbeauftragten nicht mehr gibt, fällt die Unterstützung weg; Arbeitgeber sind dann wieder selbst verantwortlich für sicheres und gesundes Arbeiten und haftbar im Falle von Unfällen."

Mehr digitale Dokumente

Zu den Plänen zählt ferner die "Abschaffung von entbehrlichen Formerfordernissen" und "Ersetzung der Schriftform" im Arbeitsschutz. Dahinter verbirgt sich unter anderem, dass Vereinbarungen verstärkt in elektronischer Form festgehalten werden dürfen. So hatte die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände kritisiert: "Wo Schriftformerfordernisse bestehen, sind die Digitalisierungs- und damit auch Automatisierungsmöglichkeiten begrenzt."

Erste Maßnahmen sollen laut den Plänen bis Ende des Jahres initiiert werden. In den kommenden Jahren solle sich ein breiter Dialog mit den betroffenen Akteuren über einfachere arbeitsschutzrechtliche Instrumente anschließen.

Wildbergers Brief

Die Pläne gehen auch auf einen Vorstoß von Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) zum Abbau von Bürokratie zurück. Wildberger hatte die Ministerien Anfang August in einem Brief aufgefordert, bis zum 15. September konkrete Vorhaben zum Bürokratieabbau vorzulegen./bw/DP/jha

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
News-Kommentare
Thema
1 Aktien Frankfurt Ausblick: Dax stabil - Trump will Straße von Hormus sichern Hauptdiskussion
2 Trump: Irans Raketen hätten schon bald USA treffen können Hauptdiskussion
3 Nato-Chef fordert Rückendeckung für USA und Israel Hauptdiskussion
4 Großbritannien: Stimmung in den Industriebetrieben trübt sich überraschend ein Hauptdiskussion
5 Warnstreiks im Nahverkehr haben begonnen Hauptdiskussion
Alle Diskussionen
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer